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Auf den Spuren der Kelten
(Schanzer Zeitung, Nr. 32 KW 24, S. 22)
Reisen Sie mit dem Römer- und Keltenmuseum Manching in
die Geschichte Ihrer Heimat |
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(heg) Wunderschön gelegen, am Rande des
monumentalen Wallringes der ehemaligen Keltenstadt, heißt das
Kelten- und Römermuseum Manching seine Besucher willkommen. Die
Archäologische Staatssammlung München hat mit der Schaffung des
Museums ein Projekt in Angriff genommen, das von überregionalem
oder sogar europäischem Wert ist. Welche Bedeutung hat die
Keltenstadt Manching für unsere Geschichte? Wie können auf
europäischer Ebene die Verbindungen gesehen werden? Und - ganz
simpel - wie lebten und arbeiteten die keltischen Vorfahren?
Antworten auf diese Fragen liefert das
Museum, das thematisch in zwei große Bereiche gegliedert ist: Im
ersten werden die Funde aus der Keltenstadt Manching
entsprechend ihrer herausragenden Bedeutung gewürdigt. Im
Keltensaal treffen die Besucher auf eine umfassende
Rekonstruktion des Lebens im Manchinger Oppidum. Der 1999
geborgene Goldschatz und das weltweit einzigartige goldene
„Kultbäumchen" gehören zu den Highlights.
Den Mittelpunkt des zweiten Bereiches
bildet die römische Abteilung mit seiner fast zehn Meter hohen
Schiffshalle, in der die beeindruckenden Überreste zweier 15
Meter langer römischer Schiffe aus dem Militärkastell von
Oberstimm zu sehen sind. Diese Objekte sind von weiteren
Ausstellungsstücken der römischen Besatzungszeit Südbayerns mit
einem besonderen Schwerpunkt auf „Verkehrsgeographie" umgeben.
Man erfährt beispielsweise interessantes zur Keltenwanderung zu
Beginn des dritten Jahrhunderts v. Chr., den ersten Ansiedlungen
oder der städtebaulichen Organisation. Die Bereiche Wirtschaft
und Handel, Kult und Religion sowie Handwerk und Industrie haben
ebenfalls ihren Platz bekommen.
Der Goldschatz kam im Sommer 1999 an die
Oberfläche: Das Grabungsteam freute sich über den Fund von 450
Goldmünzen - das war damit der größte keltische Fund des 20.
Jahrhunderts! Die besondere Bedeutung Manchings als Zentrum des
keltischen Handels stand somit außer Frage. Doch der Fund warf
weitere Unklarheiten auf: Wurde der Schatz damals versteckt,
weil Kriege anstanden? Wem gehörte dieses Vermögen? Nach
genauerer Untersuchung fand man heraus, dass die Münzen
böhmischer Herkunft waren - wie aber kamen sie nach Manching?
Der Schatz birgt also noch viele Geheimnisse.
Archäologische Forschung wurde bereits
1888 in Manching betrieben, doch der Bau des Militärflughafens
zerstörte große Teile der Keltenstadt. Werner Krämer des
Bayerischen Landesamtes für Denkmalpflege ist es zu verdanken,
dass 1955 erstmals großflächige Grabungen auf dem Gelände des
Flughafens durchgeführt werden konnten. Damit ist Manching das
am längsten kontinuierlich betriebene Grabungsprojekt des
renommierten, weltweit forschenden Deutschen Archäologischen
Instituts im Inland. Doch bislang kamen nur etwa 70 Prozent der
Siedlung ans Tageslicht - trotzdem gilt Manching als die am
besten erforschte keltische Stadt Europas mit der größten
ausgegrabenen Fläche. Das Museum bietet nun endlich den
passenden Rahmen für alle Exponate, die den herausragenden Rang
der Keltenstadt repräsentieren.
Das Museum hat während der Sommersaison
(bis Ende Oktober) Dienstag bis Freitag jeweils von 9.30 Uhr bis
16.30 Uhr, Samstag, Sonntag und Feiertag von 10 Uhr bis 17.30
Uhr geöffnet. (Montag Ruhetag). Der Eintritt beträgt pro Person
4 Euro, ermäßigt 3 Euro, Kinder etc. 1,50 Euro. Kinder unter
sechs Jahren haben freien Eintritt. Die Preise für
Familientickets, die verschiedenen Führungen etc. erfahren Sie
im Internet unter
www.museum-manching.de
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