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Festabend mit schönem Rahmen
Obst- und Gartenbauverein feiert
Jubiläum und erntete viel Lob
Rohrbach(pat) "Hundert
Jahre sind etwas ganz Besonderes." Dieser Satz war immer
wieder zu hören, als der Obst- und Gartenbauverein sein
Jubiläum feierte.
Großartige Musiker, ein üppiges Drei-Gänge-Menü,
stimmungsvolle Reden und eine erfrischende Moderation.
Ein Festabend kann kaum noch mehr bieten. Rohrbachs
Gartler haben sich für ihre gut 100 Gäste aus Nah und
Fern so einiges einfallen lassen. Feine, klassische
Klänge des Johann-Strauß-Ensembles bildeten zu Beginn
einen großen Klangteppich im sich langsam füllenden
Wirtssaal. Etliche Ehrengäste erschienen, aber auch
zahlreiche Mitglieder und Interessenten, die den
feierlichen Abend einfach nur genießen wollten.
Die Moderation der Veranstaltung übernahm Willi
Stallmeister - und der gestaltete den Festakt
übersichtlich und kurzweilig, witzig und feierlich.
Verse und Gedichte, Geschichten und Scherze trug er vor,
die zu Musik und Reden immer wieder gelungene
Kontrapunkte setzten.
Die Begrüßung war natürlich dem aktuellen
Vereinsvorstand Rudi Kellermann vorbehalten, der eine
lange Liste von Ehrengästen willkommen heißen durfte;
darunter eine Abordnung der befreundeten Gartler aus
Gerolsbach samt ihrer amtierenden Blütenprinzessin
Nicole Fuß. Von noch weiter her kamen die Mitglieder vom
partnerschaftlich verbundenen Obst- und Weinbauverein aus
Rohrbach im Burgenland, für die Hans Weiß als Gratulant
auftrat. "Ich möchte unsere gute Freundschaft noch
weiter vertiefen", versprach er, die Partnerschaft
künftig noch engagierter vorantreiben. Die Gans als
Wappentier der Burgenländer war dann auch der
Mittelpunkt seines Mitbringsels. Er hatte einen kleinen
Gänsestall im Gepäck, natürlich keine lebenden Gänse,
von denen jedes Mitglied eine erhielt.
Kein Festabend kommt ohne Reden aus. Dass sie kurz und
prägnant waren, ist aber sicher auch ein Verdienst der
Gartler. Als Schirmherr trat zunächst Bürgermeister
Dieter Huber ans Pult. "Der Verein ist aus dem
gesellschaftlichen Leben in Rohrbach nicht wegzudenken",
machte er seine Wichtigkeit gleich zu Beginn klar.
Zahlreiche Veranstaltungen, gärtnerische Beratung, ein
riesiger Gerätepark, die Gestaltung der Grünanlage in
den Kindergärten führte er als Beleg dafür an. "Den
Verantwortlichen, den Helfern sei Dank", sagte Huber und
übergab Rudi Kellermann einen Riesenmaßkrug als
Geschenk.
Die Gratulationen vom Bezirksverband Oberbayern
überbrachte Thomas Janscheck, der vom "Pflanzen säen für
die Zukunft, damit ein Baum daraus wird" sprach und vor
allem die Aktivitäten für die Jugend heraushob. Seinen
Glückwünschen schloss sich Bernhard Engelhard vom
Kreisverband an, der das Leben in ländlichen Regionen
als "elitären Vorteil" gegenüber den Bewohnern von
Ballungsgebieten herausstellte. Einsatz und Engagement
der Rohrbacher Gartler rühmte schließlich der
Pfaffenhofener Kreisfachberater Josef Stadler, der die
tolle Gemeinschaft im Verein lobte und seinem "Dank für
dieses großartige Fest" Ausdruck verlieh.
Der offizielle Teil ging damit zu Ende. Ab sofort durfte
gefeiert werden. So trat neben Stallmeister auch immer
wieder der Sänger Richard Wiedel ans Mikrofon, der
-
gemeinsam mit dem Johann-Strauß-Ensemble - etliche
Stücke aus dem Operetten- und Musicalbereich vortrug und
dafür donnernden Applaus erntete.
PAF-Kurier 26.09.2006, Seite
39 Fotos
Erst sechs
Vorsitzende
Rohrbach(pat) Einen
Überblick über die Vereinsgeschichte gab beim Festabend
zum 100-jährigen Bestehen des Obst- und Gartenbauvereins
Rohrbach Ortschronist Hermann Schwarzmeier. Er
orientierte sich dabei vor allem an den handelnden
Personen.
Ausgiebig widmete er sich dem Oberlehrer und Gründer
Hans Schlegel und dessen Nachfolger Franz Schönauer. Die
beiden herausragenden Charaktere gaben dem Verein ein
halbes Jahrhundert lang ein Gesicht.
Lediglich vier weitere Vorsitzende erlebte der Verein
bis heute: Rohrbachs Gartler sind einfach ein
Musterbeispiel für Konstanz und Kontinuität. Gute
Organisation, Aktionen, Tipps und Hilfe stellte
Schwarzmeier heraus. "Es ist einfach ein Verein, den man
nicht hoch genug wertschätzen kann".
PAF-Kurier 26.09.2006, Seite 39
Rohrbach (pat)
Sein hundertjähriges Bestehen
feiert heuer der Obst- und Gartenbauverein Rohrbach in
einem großen Festakt, der sich über das gesamte Jahr
hinzieht " oder wird er vielleicht doch schon 102 Jahre
alt? Bei den Recherchen zur Chronik, beim Durchforsten
der Amtsblätter aus der Zeit vor dem ersten Weltkrieg
fanden sich gewisse Widersprüche. Die erste Erwähnung
des örtlichen Obstbau- und Bienenzuchtvereins lässt sich
sogar ins Jahr 1904 zurückverfolgen. Trotzdem stört das
den aktuellen Vorstand nicht. "Auf der Standarte und in
unseren Köpfen steht 1906", so die Vorstandschaft.
Die Historie des Vereins lässt sich am besten anhand
seiner Köpfe zurückverfolgen. Oberlehrer Hans Schlegl
übernahm im Juli 1903 den Schuldienst in Rohrbach. Der
spätere Ehrenbürger erwies sich in vielerlei Hinsicht
als äußerst verdienstvoll für die Gemeinde. Dem Obstbau-
und Bienenzuchtverein stand er 14 Jahre lang vor.
So ist es zumindest überliefert " und zwar aus dem Jahr
1920. Zurückgerechnet ergibt sich daraus das
Gründungsjahr 1906. Ein Vierteljahrhundert später ist in
den Quellen zudem von einem Jubiläumsgarten die Rede.
"Das spielt wohl auf das 25-Jährige an " und darum
halten wir auch am Jahr 1906 fest", erklärt Taubald.
Die Gartler waren von Anfang an
ein Verein mit hoher Kontinuität. Nur sieben Vorsitzende
leiteten sie bis heute. Sie alle erwarben sich große
Verdienste um die Gartenkultur. Von den Anfängen bis
heute hat sich an der Vereinsphilosophie einiges
geändert. "Anfangs stand die Versorgung mit
Lebensmitteln im Vordergrund", berichtet der Autor.
Dabei blieb es bis nach dem zweiten Weltkrieg.
Erst ab den 70er Jahren stand die
Gartenkultur und Pflanzenpflege zunehmend im
Vordergrund. Unter dem 33 Jahre währenden Vorsitz von
Franz Schönauer (1920 bis 1953) wurden beide Aspekte
geschickt vereint. Es ging um den Anbau von
Nahrungsmitteln, aber der (im übrigen einzige)
Bezirksobergärtner von Oberbayern brachte auch seltene
und ausgesuchte Edelreiser in die Gemeinde.
Bis ins Jahr 1964 führte Josef
Medele den Verein, der erst 1934 seinen heutigen
Namen erhielt (Trennung vom Bienenzuchtverein),
anschließend durch schwierige Zeiten. Ein nächster,
großer Aufschwung folgte unter Pius Kellermann,
der die Ära bis ins Jahr 1980 prägte. Neue Impulse, vor
allem interne Veränderungen, regte er an. Die
Mitgliederzahl schnellte von gerade einmal 60 auf
sagenhafte 173 empor. Pius Kellermann gilt daher bis
heute als einer der aktivsten Männer in der Geschichte
der Rohrbacher Gartler.
Im Amt folgte ihm Hans Jähnke,
der nicht minder tatkräftig für den Verein eintrat.
Unter seinem Vorsitz wurde zum 75-jährigen
Vereinsjubiläum das Vereinswappen (1981) kreiert und
1986 zum 80-jährigen die Standarte gewebt. Auf die stolze
Zahl 372 wuchsen die Mitglieder an, als Alex Maier
ab dem Jahr 1989 die Vereinsgeschicke übergangsweise
lenkte. Stück für Stück wurden der Gerätepark erweitert
und ein Nachfolger gesucht. An Rudi Kellermann
übergab Maier den Vorsitz schließlich 1997. Bis heute
übt er sein Amt mit großem Engagement aus.
In den letzten Jahren wurde der
Verein auf die Höhe der Zeit geführt. Heute zählt er 311
Mitglieder, die sich auf einer eigenen Homepage
www.ogv-rohrbach.de präsentiert sehen, seit sieben
Jahren als eingetragener Verein mit einer neuen Satzung
ausgestattet sind und sich 2003 sogar als Patenverein
für Gerolsbach zur Verfügung stellten. Die Pflanzung der
Obstbaumallee zwischen Rohrbach und Fürholzen gilt als
letzte Errungenschaft des Vereins, der in letzter Zeit
sein Angebot Stück für Stück erweiterte und sich zuletzt
voll und ganz auf die Planung seiner Jubiläumsfeier
konzentrierte.

Der aktuelle Vorstand des Rohrbacher
Obst- und Gartenbauverein (von links): Fritz Taubald,
Siegfried Schwarzmeier, Marion Fesl, Andreas Dembowski,
Wendelin Schrott, Hans-Peter Homann, Josef Ehrl, Konrad
Stopfer, Anton Merkl und Rudi Kellermann (es fehlen
Stefan Arndt, Hartwig Spitzfaden und Karl-Heinz Götz).
Foto: Homann
Jede
Menge Aktivitäten im Jubiläumsjahr des Gartenbauvereins
Rohrbach
(pat) Jede Menge Aktivität zeichnet den
Rohrbacher Obst- und Gartenbauverein von jeher aus. Sein
Programm im Jubiläumsjahr nimmt sich da natürlich
besonders umfangreich aus.
Eigentlich ist für Jung und Alt so gut
wie immer etwas geboten. Und die Einweihung des
Gedenkkreuzes (die Heimatzeitung berichtete) war
außerdem schon der erste Teil des großen Festaktes, im
Herbst folgt der zweite: Mitgliederehrungen am 16.
September
samt Fotoausstellung im Rathaus,
ein Festabend beim Alten Wirt eine Woche später. Selbst
an Rohrbachs jüngste Bewohner denken die Gartler. Im
Rahmen des Ferienpasses hängen sie Nistkästen auf,
unternehmen Kräuterwanderungen oder gehen auf große
Fahrt. Trotzdem kommt - trotz aller Anstrengungen -
einfach keine Jugendgruppe zustande. Die jüngsten
Mitglieder haben ihre 30 Lenze längst hinter sich, das
Durchschnittsalter im Verein beträgt 63 Jahre.
Entsprechend hat der Gartenbauverein sein
Angebot darauf abgestimmt. Mit Fachvorträgen, die nicht
immer etwas mit dem Garten zu tun haben, beginnt das
Jahr. Frühjahrsversammlung, Schnittkurs im Frühjahr,
Radtour,
Grillfest im Herbst, Ausflüge und weitere
Vorträge bestimmen die weiteren Monate.
Ausschließlich über Beiträge finanziert
sich der Verein, vier Euro bleiben jährlich pro Mitglied
in der eigenen Kasse. Dafür wird allerdings einiges
geboten. Alle Gartler können die nützlichen Geräte
weitgehend kostenfrei ausleihen.
Wer sich genauer über den Verein und
seine Geschichte informieren möchte, kann dies über die
Jubiläumschronik am einfachsten erreichen. Sie ist für
lediglich zwei Euro bei Schreibwaren Huber oder bei
allen Vorstandsmitgliedern erhältlich.
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