Neues vom
Apfel
siehe auch Am
Anfang war der Apfel....
und Viel mehr als nur ein
Apfel...
siehe auch
http://www.uni-koblenz.de/~odsbcg/baeume97/bsagen.htm
Wussten
Sie, dass Rote gesünder sind als Grüne? Oder dass es mal 3000 Sorten gab? Spannende
Fakten rund um unser Lieblingsobst:
Was macht den Apfel so gesund?
Wie viele Sorten gibt es in
Deutschland?
Seit wann essen wir eigentlich
Äpfel?
Welche Nationen sind die
größten Apfelanbieter?
Wie erkennt man gute Qualität?
Wie sollte man sie lagern?
Was können wir zum Erhalt der
Apfel-Vielfalt tun?
Top 10 - Hitparade der meist
verkauften Sorten
Trendsorten
Er ist der König unter den Obstsorten. Saftig, knackig, prall. Kein Wunder, dass wir
Deutsche ihn zu unserer Lieblingsfrucht gekürt haben. Über 40 Kilo verputzt jeder von
uns pro Jahr! Seit August haben Äpfel wieder Hochsaison. Und wir verraten Ihnen, was Sie
bestimmt noch nicht über Äpfel wussten.

Was macht Äpfel so gesund?
Ganz einfach: Er steckt voller Power-Stoffe. Insgesamt sind es über 300! Neben
zellschützendem Carotin und Vitamin B (stärkt die Nerven) enthält er vor allem Vitamin
C, das unser Immunsystem auf Trab bringt. Äpfel sind außerdem reich an Kalium, das die
Muskeln aufbaut. Und das enthaltene Kalzium härtet Knochen und Zähne. Nicht zu vergessen
der Pflanzenstoff Pektin, der direkt unter der Schale steckt. Er baut Cholesterin ab und
entgiftet den Darm.
Wer täglich einen Apfel isst (am besten mit der Schale), tut also eine Menge für die
Gesundheit.

Sind rote gesünder als Grüne?
Ja! Denn sie enthalten mehr Pflanzenfarbstoffe (Carotinoide), die die Zellen schützen
und die Haut jung halten. Außerdem machen geschmacksintensive Sorten fitter als
"wässrige". Der Golden Delicius beispielsweise hat nur 8 mg Vitamin C pro 100
g. Sorten wie Boskop, Ontario oder Berlepsch dagegen über 20 mg!

Wie viele Sorten gibt es in Deutschland?
Von ursprünglich 3000 Sorten sind nur noch rund 800 bekannt und etwa 60 im Handel. Die
Erklärung: Um Obstplantagen zu fördern, setzte die EG in den 70er Jahren Rodungsprämien
für Hochstammobst aus. Allein in Hessen fielen 3 Millionen Bäume dieser Idee zum Opfer.
Der Hintergrund: Hochstämme bringen erst nach 10 bis 20 Jahren den vollen Ertrag, Niederstämmige
dagegen bereits im 3. bis 5. Jahr. Außerdem können große Apfelbäume, die man mit
Leiter und Pflückstange abernten muss, wegen der Mehrarbeit nicht mit den
Hochleistungssorten am Spalier konkurrieren.

Seit wann essen wir eigentlich Äpfel?
Aus archäologischen Funden wissen wir, dass bereits in der Jungsteinszeit (4000 bis
1800 v. Chr.) Äpfel gesammelt und getrocknet wurden. Erst seit 1990 ist jedoch bekannt,
dass sie ihren Ursprung in Kasachstan haben.
Um etwa 3000 v. Chr. wurden Äpfel bereits von den Ägyptern und Griechen kultiviert und
um 700 v. Chr. von den Römern. Unsere Äpfel dürften früher allerdings nicht gerade
erstklassig gewesen sein. So spottete der römische Geschichtsschreiber Cato (200 v.Chr.),
die Äpfel der Germanen wären so unglaublich sauer, dass sie sogar ein Schwert stumpf
machten.

Welche Nationen sind die größten Apfelanbieter?
Neben den traditionellen Zuchtländern Italien (2,1 Mio. Tonnen) und Frankreich (1,8
Mio. Tonnen) sind Deutschland (841 t) und Holland (435 t) in Westeuropa Spitze. Im Osten
führt Polen (2,5 Mio. t) vor Ungarn (590 000 t). Der Gesamtertrag aller europäischen
Länder für 2004 liegt bei über 10 Millionen Tonnen! Zu den weltweiten Anbau-Riesen
gehören China, USA, Neuseeland, Australien, Kanada und Japan. Ihre Gesamtproduktion: fast
50 Millionen Tonnen. Interessant: In südlicheren Ländern wie Italien sind vor allem
süße Sorten beliebt. Im Norden mag man es eher herb und säuerlich.

Wie erkennt man gute Qualität?
Äpfel müssen nach Handelsklassen (I und II) ausgezeichnet werden. Bewertet werden
allerdings nur äußere Merkmale wie Größe, Aussehen oder Gewicht. Über die
tatsächliche Qualität wie Vitalstoff-, Schadstoffgehalt und Frische sagen die Klassen
nichts aus. Schnuppern Sie deshalb beim Kauf an den Früchten. Typischer Apfelgeruch
verspricht guten Geschmack. Außerdem sollten Sie Bio-Früchte aus Ihrer Umgebung
bevorzugen. Die mussten nicht weit reisen und sind ungespritzt. Fündig werden Sie auf
Wochen-, aber auch in immer mehr Supermärkten.

Wie sollte man sie lagern?
Sie mögen es kühl und luftig. In Holzkisten im kühlen Keller mit möglichst hoher
Luftfeuchtigkeit halten sie sich Monate lang. Kleine Portionen können Sie im Kühlschrank
in zugebundenen Plastiktüten aufbewahren.

Was können wir zum Erhalt der Apfel-Vielfalt tun?
Ganz einfach: Pflanzen Sie einen Apfelbaum. Am besten eine alte Sorte. Damit sorgen Sie
dafür, dass neben Jonagold und Granny Smith auch so klangvolle Namen wie "Geheimrat
Dr. Oldenburg", "Ananasrenette" oder "Dithmarscher Paradiesapfel"
noch lange erhalten bleiben.

Trendsorten
Alte Apfelsorten liegen plötzlich im Trend. Warum steigen immer mehr Verbraucher
darauf um?
Viele haben einfach Lust auf neue Geschmackserlebnisse und sind die Massenprodukte leid.
Sie wollen keine Industrieerzeugnisse mehr, sondern den Apfel vom Baum, der frisch und
ungespritzt ist.
Welche Sorten empfehlen Sie?
Beispielsweise den aromatischen Gravensteiner, den süß-sauren Finkenwerder Herbstprinz,
den würzigen Boskop oder die uralte Goldparmäne, deren Bäume sich jetzt auch gut zum
Pflanzen im Hobbygarten eignen.
Und wer keinen Garten hat?
Der kann Apfelbäume auch in 10 bis 15 l großen Kübeln auf den Balkon stellen. Mein Tipp
dafür ist der Freiherr von Berlepsch. Der enthält übrigens mehr Vitamin C als eine
Zitrone.

Quelle: Fernsehwoche 33/05, Seiten 86 und 87 |