Aktuelles aus dem Vereinsleben 2003
Zur Herbstversammlung(tom) lud kürzlich der Rohrbacher Obst.- u.Gartenbauverein seine
Mitglieder ein. Vorstand Rudi Kellermann begrüßte die Anwesenden auf das herzlichste,
besonders Gemeinderat Herrn Peter Otto. Rudi Kellermann nahm auch einen kurzen Rückblich
auf die Aktivitäten des Vereins im bisher abgelaufenen Jahr, wo er besonders die
Teilnahme als Patenverein für den Obst.- u. Gartenbauverein Gerolsbach hervorhob.
Vorausblickend auf 2004 meinte Kellermann, das die Vereinsleitung wieder sehr bemüht ist,
ein gutes Jahresprogramm für die Mitglieder zusammen zustellen. Das Jahresprogramm ist
fast fertig, u. man wird es rechtzeitig an die Rohrbacher Haushalte verteilen, so der
Vorstand.
Nach diesen einleitenden Worten lenkte Rudi Kellermann sein Augenmerk auf die
Mitgliederehrung. Für 40-jährige Mitgliedschaft wurde Herr Fritz Vachal sen. mit der
Ehrenadel in Gold ausgezeichnet, die sein Sohn Fritz Vachal jun. stellvertretend in
Empfang nahm. Fritz Taubald, sowie Wendelin Schrott, beide aktiv in der
Vereinsvorstandschaft tätig, wurden mit der Ehrennadel in Silber für 25- jährige
Vereinszugehörigkeit geehrt.
Nach der Ehrung kam dann sogleich Stefan Arndt mit seinem Vortrag "Wasser im
Garten" zu Wort. Stefan Arndt, gelernter Landschaftsgärtner, u. als Rohrbacher den
anwesenden Mitgliedern kein Unbekannter, sagte das er Gärtner aus dem "Herzen"
geworden ist. Seine besondere Leidenschaft dient dem "Wasser im Garten",
Teichbauten in verschiedenen Arten, schon als 11-jähriger habe er im heimischen Garten
seinen ersten Teich gebaut, was voll für diese Leidenschaft spricht.
"Wasser", so Arndt weiter, wird heutzutage in der Gartengestaltung immer öfter
in Form von Teichen verwendet. Auch die unterschiedlichen Teichformen spielen eine große
Rolle. Der Gartenbesitzer in heutiger Zeit hat über mehrere Teichformen die Auswahl, z.B.
Schwimm- u. Architektonische Teiche, Naturteiche, Biotope u. Fischteiche, sowie
Wasserspiele. Wichtig, so der Referent weiter, ist auch die Lage eines Teiches, sowie
dessen Bepflanzung. Man sollte darauf achten dass ein Gartenteich nicht direkter
Sonneneinstrahlung ausgesetzt ist, auch die Bepflanzung muss immer wieder ausgelichtet
werden, sowie der Fischbesatz, dem ebenfalls "Grenzen" gesetzt sind. Denn diese
Kriterien können letztendlich zu einem Sauerstoffmangel, und somit zu einem
"umkippen" des Teichwassers führen. Gut ist es, wenn ein natürlicher Bachlauf
durch ein Grundstück führt, Bachläufe können bei einem Gartenteich mit einbezogen
werden, denn die Sauerstoffversorgung ist damit bestens vorhanden, so Stefan Arndt. Wenn
man auch diese Punkte alle einhält, gilt als oberstes Gebot die Sauberkeit dem
Gartenteich gegenüber. Ein Gartenteich will u. muss auch gereinigt werden, nur das
erhöht u. erhält seine Wasserqualität und Lebensdauer auf Jahre hinaus. Nach diesem
sehr gelungenen Referat beantwortete Stefan Arndt die Fragen, die einige Zuhörer für ihn
hatten. Rudi Kellermann bedankte sich danach bei allen anwesenden für ihr kommen,
schloss
die diesjährige Herbstversammlung, u. wünschte allen einen guten Heimweg. Foto

Kräuterwanderung (Ferienpass-Aktion).(tom)Ferienzeit, schöne Zeit oder langweilige Zeit? Um dieser
"Langeweile" etwas vorzubeugen bietet die Gemeinde Rohrbach, wie die anderen
Landkreisgemeinden auch, den alljährlichen Ferienalmanach an. Da so etwas immer eine
aufwändige Angelegenheit ist, ist man seitens der Gemeinde immer dankbar, wenn
ortsansässige Vereine dazu beisteuern. So bot der Rohrbacher Obst- und Gartenbauverein
heuer wieder mal eine Kräuterwanderung für die Kinder an. Hr. Herrmann Schmid aus
Baar-Ebenhausen, ein Experte auf diesem Gebiet, hat sich gerne bereit erklärt diese
Kräuterwanderung mit den Kindern zu machen. Startpunkt war der Rohrbacher Rathausplatz
und die Kinder waren höchst erstaunt, dass ihnen Herr Schmid schon nach wenigen Metern,
entlang der Mauer an der alten Kirche, die ersten Wildkräuter und Pflanzen zeigen konnte.
Jedes Kind durfte, solange es nicht eine seltene Pflanze war, ein Stück davon mitnehmen,
schließlich stand ja Maria Himmelfahrt vor der Tür und da will jeder einen kleinen
Kräuterbüschel zusammen bringen. Hermann Schmid klärte die Kinder auf wie wichtig die
Heil-, Wild- und Gewürzkräuter für die Menschen früher waren und auch heute noch
sind., schließlich werden viele Kräuter auch heute noch in der Medizin verwendet. Die
Kinder fragten natürlich erstaunt woher Hr. Schmid das alles weiß, worauf dieser
antwortete dass er dieses Wissen von seiner Mutter gelernt hat. Er zeigte und nannte auch
einige Beispiele von Pflanzen und Kräutern, die vor einigen Jahren wichtig für die
Ernährung von Mensch und Tier waren. So die Ackerwinde, ein Gewächs das sich heute sogar
in "sterilsten" Wohngebieten finden lässt. Sie wurde als Futter für die
Schweine verwendet. Oder auch die Molde - im bayerischen "Moid'n" genannt, sie
diente früher der Ernährung und wurde flächenmäßig von den Landwirten angebaut. Erst
mit der Einführung der Kartoffel in Europa verlor diese Pflanze an Bedeutung und wird
heute zu Unrecht als Unkraut abgestempelt. Ein großes Kuriosum war für die Kinder dass
am Wegrand und an den Ranken eine Gewürzkraut wächst, das viele als Pasta- und
Pizzagewürz kennen: der wilde Majoran bzw. Oregano. "Aber den gibt's doch nur in
Italien" meinten einige Kinder, worauf Hermann Schmid schmunzelnd meinte, dass
Italien direkt vor Haustüte liegen kann und sei es nur in Form von Kräutern die auch bei
uns wachsen. Gestärkt mit Getränken, einer Brotzeit und einigen Tipps über die Kräuter
unserer Heimat in Form einer kleinen Broschüre des Obst- und Gartenbauvereins trat man
nach etwa 2 Stunden den Heimweg an. Fotos

Grillfest 2003(tbf).Am
Samstag Nachmittag traf sich ein Teil der Schnittkursteilnehmer in dem Garten, der im
Februar Ort des Schnittkurses war. Zweck des Treffens war eine Beurteilung der
Schnittmaßnahmen in Bezug auf Fruchtertrag und Wuchsform. Was wir da zu sehen bekamen,
hat sowohl den Schnittkursleiter wie auch den Gartenbesitzer und die Schnittkurteilnehmer
voll zufriedengestellt, tat doch die Witterung heuer auch ihren Teil dazu. Der
Fruchtertrag war reichlich beim Kernobst wie auch bei den Sträuchern (Johannisbeeren,
Himbeeren), die Kronenausbildung so wie erwartet.
Danach traf man sich dann zum geselligen Beisammensein rund um den Grill und dank des
schönen Wetters konnte man bis tief in die Nacht zusammen sitzen. Dass dabei viele
Episoden die Runde machten, versteht sich von selbst.
Schade, dass so wenig Teilnehmer des Schnittkurses gekommen sind. Fotos

Radltour durch die Holledau (tom). Kürzlich führte der Rohrbacher Obst.- u. Gartenbauverein seine
schon bekannte alljährliche Radltour durch. Zahlreiche Radlfreunde, darunter viele Kinder
konnte Vorstand Rudi Kellermann dazu begrüßen. Das Motto lautete diesmal, "durch
die Holledau zum Siebler nach Egg", und bei herrlichstem Sommerwetter konnte es
losgehen. Einen kleinen Zwischenstopp legte die Gruppe in Gebrontshausen ein, wo
Vorstandsmitglied Siegfried Schwarzmeier mit Getränken auf die durstigen Radler wartete.
Aber in Gebrontshausen wartete noch eine kleine Sehenswürdigkeit, nämlich die idyllisch
gelegene, von Hopfengärten umgebene Kapelle "Maria in den Hopfen", die 1990 von
damaligen Ortspfarrer Johannes Mrochen erbaut wurde.
Nach dieser kurzen, aber doch stillen Einkehr, ging es über Larsbach dem eigentlichen
Ziel, dem Landgasthof Siebler in Egg entgegen. Dort angekommen konnte jeder nach belieben
seinen Hunger und Durst stillen. Nach ein paar gemütlichen Stunden
beisammen seins, traten
die OGV- Radler die Heimreise Richtung Rohrbach an, nicht ohne dabei zu bemerken dass es
eine schöne Fahrt war, denn mit dem Radl sieht man die Gegend und die Natur halt doch
besser als mit dem Auto, so der "Tenor" einiger Teilnehmer. Fotos

Ruhebänke saniert, und wieder aufgestellt (tom). In einer mehrstündigen Aktion haben Vorstandsmitglieder des
Gartenbauvereins die vereinseigenen Ruhebänke saniert und wieder im Gemeidebereich
verteilt u. aufgestellt. Vorstand Rudi Kellermann sowie Josef Ehrl, Fritz Taubald,
u. Anton Merkl gingen kürzlich tatkräftig ans Werk um diese Aufgabe zu realisieren.
Nachdem der Verein von der Gemeinde Rohrbach mit 250 Euro
bezuschusst wurde, konnten vier Bänke, bei denen der Verfall am weitesten fortgeschritten war, komplett mit neuen
Lärchenholzlatten belegt werden. Die anderen sechs Bänke ( der Verein besitzt im ganzen
12 Bänke, wovon eine bereits neben dem Maibaum steht und eine andere vom Vereinsmitglied
Alfred Brummer in privater Initiative instand gehalten wird ), die man vor einigen Jahren
mit Eichenholzlatten erneuerte, hobelte und schleifte man ab, und befestigte sie neu mit
Schlossschrauben, was zu dem Ergebnis führte, dass die Bänke jetzt noch eine größere
Stabilität u. Standfestigkeit erhielten.
Nach 5 Stunden intensiver Arbeit war es dann soweit, die Bänke konnten auf einen Wagen
geladen und an ihren festgelegten Punkten im Gemeindebereich wieder aufgestellt werden.
Uns vieren, die wir die Bänke unentgeltlich wieder hergestellt haben, und auch den
anderen Mitgliedern, bleibt jetzt nur zu hoffen dass die Mitbürger diesen Arbeitseinsatz
mit Vernunft honorieren und dementsprechend sorgsam mit den Ruhebänken umgehen. Denn
Vandalismus mussten diese Bänke leider schon zu Genüge über sich ergehen lassen.
Daher die Bitte der Vereinsleitung an alle Rohrbacher Bürger:
Die Bänke sind für alle, drum macht sie uns
nicht "alle";
Denn sie werden euch auf euren Wegen,
Zeit zur Ruhe und Erholung geben.
Unsere Ruhebänke finden Sie (Aufstellungsorte als Grafik):
| Am Bahndamm, Gleis Burgstall |
Sportweg, Nähe
Hs. Nr. 8 |
Kindergarten
"Sternschnuppe", Akazie |
Kernbauernleite |
| Bahnschranke (Westseite) |
Bauhof, an der Ilm |
Wasserwerk
(Sparkasse) |
Rückhaltebecken Serbenstrasse |
| Raiffeisenbank
(Ilm) |
Gangsteig/Salvatorstrasse |
Maibaum |
Im Gellert, an der Ilm (Brummer) |
Die farbig gekennzeichneten Standorte wurden mit
neuen Bänken bestückt, die restlichen Bänke wurden restauriert. Fotos
 
Blütenfest des OGV Gerolsbach am 4. Mai 2003(tom). Sonntag der 04.05.2003 war für den Rohrbacher Obst- und
Gartenbauverein ein ganz besonderer Tag. An diesem Tag übernahm der OGV Rohrbach die
Patenschaft bei der Fahnenweihe des Obst- u. Gartenbauvereins Gerolsbach. Früh morgens um
8.00 Uhr wurden wir in Gerolsbach empfangen und unter den Klängen der Musikkapelle
Steinkirchen in die Festhalle gespielt. Umrahmt wurde der Einzug von den Gerolsbacher
Festmädchen. Um 10.00 Uhr begann in der Festhalle der feierliche Gottesdienst bei dem die
neue Fahne des Gerolsbacher Obst- und Gartenbauvereins geweiht wurde. Nachdem der OGV
Rohrbach als einziger Gartenbauverein im Landkreis Pfaffenhofen/Ilm wenigstens eine
Standarte besitzt, war es ja schon fast "Pflicht", die Patenschaft beim
Gerolsbacher OGV zu übernehmen, was wir dann ja auch gerne gemacht haben. Die Rohrbacher
OGV-Standarte trug zweiter Vorstand Andreas Dembowski, die beiden Fahnenbegleiter waren
Karl-Heinz Götz sowie Anton Merkl. Nach dem Gottesdienst und dem darauffolgenden
Mittagessen ging es dann zur Aufstellung des Festzuges, denn an diesem Tag wurde die
Fahnenweihe mit dem alle drei Jahre stattfindenden Blütenfest in Gerolsbach verbunden. Es
war ein farbenprächtiger Umzug der allen Beteiligten, die aktiv mitwirkten, sowie den
vielen Besuchern aus Nah und Fern Spaß machte. Nach einer Stunde Umzug bei strahlendem
Wetter gelangte man zurück zur Festhalle, wo alle teilnehmenden Vereine fahneschwingend
wieder einzogen. Gerolsbach´s OGV-Vorstand Michael Maurer bedankte sich dann bei allen
Vereinen für ihr Kommen, besonders natürlich bei uns, dem OGV Rohrbach, dass er für
dieses Fest die Patenschaft übernommen hat. Fotos
 
Ausflug am 3.Mai 2003:
Eigentlich wollten wir zum Schloß Hexenagger fahren (siehe
untenstehenden Text). Mangels Beteiligung und Interesse sehen wir uns aber gezwungen, den
Ausflug ausfallen zu lassen. Ersatzweise wird sich die Vereinsleitung bemühen, stattdessen den
Radlausflug am 29.06.03 aufzuwerten.
Zur "Garten & Natur 2003" wollen wir
eine Busfahrt organisieren zum Schloß Hexenagger. Leider liegen im Moment noch keine
Preis-Informationen vor für den Bus, diese werden aber nach Bekanntwerden sofort hier und
im Schaukasten des OGV veröffentlicht.
Wenn Sie sich vorab schon mal informieren wollen erfahren Sie Näheres unter:
http://www.schloss-hexenagger.de/garten.php?navi=feste#
Anmeldungen nehmen ab sofort der 1. Vorstand
Hr. Rudi Kellermann, Fahlenbacher Str. 26, Tel. 8659, sowie
unser Vorstandsmitglied
Fr. Marion Fesl, Robert-Bosch-Str. 23, Tel. 7322
entgegen.
Mitfahren können natürlich alle Mitglieder,
Freunde und Interessenten.

Schnittkurs am 14./15.02.03: Alljährlich halten die Obst- u. Gartenbauvereine des Kreisverbandes
Pfaffenhofen, Obstbaum- u. Sträucherschnittkurse für ihre Mitglieder ab. So war das
traditionell auch heuer wieder beim Rohrbacher "Gartlerverein". Zahlreiche neue
Interessenten aus der Mitgliedschaft, aber auch "alteingesessene", die jedes
Jahr zum Schnittkurs kommen, so nach dem Motto "man lernt ja nie aus", konnte
Vorstand Rudi Kellermann begrüßen. Nach dieser Einleitung übergab Rudi Kellermann das
Wort an den Kursleiter Heinz Huber, Naturschutzfachreferent am Landratsamt Pfaffenhofen.
Dieser erklärte im theoretischen Teil des Kurses anhand von Dia Bildern wie Bäume u.
Sträucher richtig geschnitten sein sollen, damit sie auch fruchttragend werden. Der
wichtigste Schnitt an einem jung gepflanzten Baum ist der Aufbauschnitt in den ersten
Jahren, soll ein Baum Frucht tragen, muß man ihn richtig "erziehen", was bei
Beerensträucher genauso zutrifft, so Heinz Huber. Nach der Theorie folgte anderntags die
Praxis. Auf der Streuobstwiese von Josef Schleghuber gings dann ans
"Eingemachte". Heinz Huber zeigte den Teilnehmer jetzt an einem jungen Baum, wie
der Aufbauschnitt gemacht werden soll, damit der Baum in wenigen Jahren Ertrag bringen
kann. Nach anfänglichem Zögern griffen die Teilnehmer dann auch selbst zur Baumschere u.
Säge, und so manchen wurde der Unterschied von Theorie u. Praxis bewußt, aber unter der
"Aufsicht" und "Obhut" von Heinz Huber konnte ja nichts schiefgehen.
Danach saß man noch im Gartenhäuschen von Josef Schleghuber bei Kaffee u. Kuchen
zusammen, u. Heinz Huber beantwortete noch so manche Frage der Kursteilnehmer die sich
während der Praxis ergeben haben. Rudi Kellermann bedankte sich bei allen noch für ihr
kommen, und lud die Kurteilnehmer vorrausschauend zum "Grillfest der
Baumschneider" im Juli, wo man dann die Entwicklung der Bäume nach dem Schnitt
betrachten kann, ein. Fotos

Vortrag am 17.01.2003 (tom): Mythologie der Bäume,
Faszination auf die Menschen seit Alters her.
Der Auftakt im Jahresprogramm des Rohrbacher Obst.- u. Gartenbauvereins ist meistens eine
Veranstaltung die kein Gartenbauthema beinhaltet. So war das auch kürzlich.
"Mythologie der Bäume, Sagen u. Geschichten über alte, ehrwürdige Bäume", so
hieß das Referat zu dem Vorstand Rudi Kellermann zahlreiche Gäste, u. den Referenten
Herrn Thomas Janscheck begrüßen konnte.
Herr Janscheck stellte sich vor, und gab auch einen kurzen Einblick in seinen beruflichen
Werdegang. Er hat vor fünf Jahren in Weihenstephan seine Diplomarbeit über Bäume
geschrieben und ist daher mit Sagen u. Geschichten über alte Bäume in Bayern bestens
vertraut. Die Menschen haben einen "persönlichen" Bezug zu Bäumen, so Hr.
Janscheck, und diese Beziehungsformen gehen zurück bis in die Antike. So wurde die
Ägyptische Totengöttin Isis häufig als Baum dargestellt. Aber auch in Bayern haben die
Menschen seit Jahrhunderten ihre Beziehungsformen zu Bäumen, und da wußte der Referent
einiges zu berichten.
Die Germanen u. Kelten in unserem Gebiet "bevorzugten" z.B. die Eiche als
"ihren" Baum. Die Eiche stand für Kraft u. Stärke, unter einer Eiche wurden
Versammlungen abgehalten, Urteile gefällt oder auch vollzogen. In neuerer Zeit war es
dann Brauch für besondere Ereignisse Bäume zu pflanzen. So wurden 1870 nach dem
deutsch-französchischen Krieg landesweit sogenannte Friedenslinden gepflanzt, und 1890
dann sogenannte "Siegeseichen" zum Ruhm und zur Ehre der Kämpfer von 1870. Auch
für das Bayrische Herrscherhaus Wittelsbach hatte das Volk etwas übrig. So war es im
vorletzten Jahrhundert der Brauch für den jeweiligen Herrscher einen Baum zu stiften. Zum
Beispiel als Prizregent Luitpold seine Regentschaft übernahm, wurden ihm zu Ehren
bayernweit Linden u. Eichen gepflanzt, sogenannte Luitpold-Linden u. -Eichen. An der 738
Jahre alten Linde auf dem Samerberg nahm Luitpolds Nachfolger, der letzte Bayrische König
Ludwig III. symbolisch Abschied von seinem geliebten Bayern, ehe er nach Ungarn in Exil
ging.
Dorflinden waren Mittelpunkt vieler Ortschaften, unter ihnen wurde so manches Fest
abgehalten, Trauungen vollzogen, oder auch Recht gesprochen, landauf, landab, war der
Spruch bekannt: "findest du Reiter im Zeichen der Linden, so laß dich nieder und du
wirst Frieden finden".
Das Baumpflanzen war auch bei vielen Familien der Brauch wenn ein Kind zur Welt kam. Dem
Kind zu Ehren wurde ein Baum gepflanzt, oft auf der Placenta des Kindes. Je nach Größe
der Familien sind daraus oft kleine Alleen entstanden. Auch über so manche Geister u.
Spukgeschichten die an manchen alten Bäumen geschehen sein sollten, wußte das Volk
früher viel zu berichten, allerdings wurden solche Geschichten gerne nach einem
ausgedehnten Wirtshausbesuch erzählt, so der Referent schmunzelnd. Und schmunzelnd
erzählte er noch eine Geschichte aus seiner näheren Heimat die sich 1800 an der
sogenannten Galgenlinde bei Oberaudorf ereignet haben soll: Ein zum Tode verurteilter
durfte seinem Wunsch gemäß an der Galgenlinde sein letztes "Pfeiferl" rauchen.
Nachdem er Abbitte geleistet hatte, wurde er zum nebenstehenden Galgen geführt. Aber das
Schicksal meinte es gut mit ihm, der Strick riss. Sofort raffte sich der "arme"
Sünder auf, lief an der verdutzt gaffenden Menge Schaulustiger vorbei hin zur Linde, hob
sein "Pfeiferl" auf, und weiter ging es Richtung Inn, denn wenn er den Fluß
überquerte war er im "Österreichischen", und somit in Sicherheit. Auf dem Weg
dorthin kam ihm ganz aufgeregt eine alte Frau entgegen, die ihn folgendes fragte:
"Kim i no z´recht zua Hinrichtung???" Darauf er: "Du nimma Muddal, oba i
war boi z´recht kumma".
Nach dieser doch lustigen Anekdote aus vergangener Zeit schloß Thomas Janscheck seinen
überaus interessanten Vortrag, und nachdem er die Fragen der Zuhörer beantwortet hatte
bedankte er sich bei allen für die Aufmerksamkeit. Auch Vorstand Kellermann bedankte sich
bei allen für ihr Kommen, vor allem beim Referenten, der mit dieser Arbeit einen
wertvollen Beitrag im Veranstaltungskalender des Rohrbacher "Gartlervereins"
geleistet hat. |