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Gartenbauvereine auf Suche nach alten Obstsorten

Kreisverband plant Mustergarten - Streuobstgärten und Einzelbäume werden systematisch erfasst

(PK-Bericht vom 19.04.2004, S. 19) Alle Hände voll zu tun haben jetzt die Mitglieder der 26 Obst- und Gartenbauvereine im Landkreis Pfaffenhofen. Sie werden sich in ihren Gemeinden und Städten in diesen Wochen auf die Suche nach alten Obstbaumbeständen machen - und diese detailliert erfassen. Flurnummer, Obstsorte und Alter des jeweiligen Baumes sollen in den Erhebungsbogen "Streuobst im Landkreis Pfaffenhofen" eingetragen werden, den Heinz Huber, Geschäftsführer beim Kreisverband für Gartenbau und Landespflege bei der letzten Kreisverbandssitzung Anfang April verteilt hatte.

"Wir wollen damit die Obstbaumbestände im Landkreis erfassen", erklärte Huber, der sich auch im Obst- und Gartenbauverein Rohrbach engagiert und beruflich in der Unteren Naturschutzbehörde des Landratsamtes ein wachsames Auge besonders auf schützenswerte und seltene Pflanzen hat.

Hubers größte Hoffnung: Vielleicht findet sich auf einem der vielen Einödhöfe ein Apfelbaum mit einer alten, schon in Vergessenheit geratenen heimischen Apfelsorte. "Diese Sorten sind in der Regel sehr widerstandsfähig. Da sie sich hier selber entwickelt haben, sind sie an das hiesige Klima gewohnt", zählt er die Vorteile der alten Sorten auf. Gerade bei den Äpfeln handelt es sich oft um sehr säurehaltige Früchte, die sich sehr gut zum Saftpressen eignen würden. Um die alten Sorten wieder zu vermehren, würde der Kreisverband gerne eine Streuobstwiese als eine Art "Mustergarten" anlegen.

"Zunächst müssen wir aber mal sehen, welche Obstbestände überhaupt da sind", sagt Huber. Die Auswertung der Erhebungsbögen soll dann in Zusammenarbeit mit der FH Weihenstephan erfolgen. Anhand von Holz und den Früchten könnten die Sorten dann genau bestimmt werden. Bei den Datenmengen, die von den 26 Obst- und Gartenbauvereinen geliefert werden, wird das einige Zeit in Anspruch nehmen. "Das kann zwei bis drei Jahre dauern", vermutet Huber.

Besondere Bedingungen würden an den Standort für eine Streuobstwiese nicht gestellt. "Normaler Humusboden oder einfaches Ackerland reicht", hofft er, dass auch andere Gartenbauvereine eine Streuobstwiese anlegen würden. "In Manching, Geisenfeld und Vohburg zum Beispiel haben die Gartenbauvereine schon Streuobstwiesen angelegt, allerdings mit anderer Zielsetzung als der Kreisverband", so Huber. Während der Kreisverband in seinem geplanten Mustergarten vor allem alte Sorten vermehren möchte, nutzen die anderen Vereine ihre Anlagen, um Schnittkurse durchzuführen und anschaulich über verschiedene Obstsorten zu informieren. Wieviele - auch alte - Streuobstwiesen im Landkreis schon vorhanden sind, davon will sich Huber nun überraschen lassen.

Erhebungsbogen

 

Letzte Änderung am 09.06.2004 (TbF) mail

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