Schon im 15. Jahrhundert begann mit der Erfindung der Luntenbüchse die Geschichte
des sportlichen Gewehrschießens. 1896 wurde Schießen zur Olympischen Disziplin und 1897
gab es die ersten Weltmeisterschaften.
Es geht aus keinem der uns überlieferten Schriftstücke hervor, wie lange die Gründer
unseres Vereins vor der Niederschrift der uns erhaltenen 1. Schützenordnung
zusammenkamen. In dieser schönen alten Handschrift, der Zimmerstutzengesellschaft
Reichertshausen an der Ilm, die in der Generalversammlung vom 17. Januar 1893 beschlossen
wurde, war das Vereinsleben durch 20 Paragraphen geordnet. In diesen Statuten sind, wie
auch in unserer heutigen Satzung folgende Punkte aufgezeichnet:
Vereinsaufgaben, Vereinsführung, Mitgliederaufnahme, Mitgliederpflichten, Beiträge,
Beitragsverwendung sowie Verhaltensregeln vor und nach dem Schießen.
Die Sitten und Bräuche waren damals weitaus strenger als heute, z. B. wurden nur
Mitglieder mit gutem Leumund und ab 21 Jahren aufgenommen. (Unsere Jugend kann jetzt schon
mit 12 Jahren dem Verein beitreten). Die Beiträge in dieser "guten alten Zeit"
waren für den damaligen Geldwert höher als heute. So kostete die Aufnahmegebühr 2 Mark,
ein Hauptschuß 10 und ein Glückschuß 5 Pfennige. Außerdem war bei zweimaligem
Fehlbleiben ohne triftigen Grund eine Ordungsmaßnahme von 20 Pfennige fällig. Im
Paragraph 10 der Statuten war festgelegt, daß während der Wintermonate je einmal montags
abwechselnd beim Kistlerwirt (heute Gasthof Fuchs) und einmal beim Liebhardt (heute
Gasthof Lindermeir geschossen wird.
Bis zum Ausbruch des 1. Weltkrieges 1914 wurde das gesellige Leben von November bis Ende
März betrieben. Erst 1923 wurde der Schießbetrieb mit ca. 35 Schützen beim Liebhardt
wieder aufgenommen und bis März 1939 fortgeführt. Nach elfjähriger Pause, verursacht
durch den 2. Weltkrieg und die darauffolgende amerikanische Besatzung, wurde der Verein
als Schützengesellschaft Reichertshausen am 22. Januar 1950 mit 63 Mitgliedern wieder zu
neuem Leben erweckt.
Zur wesentlichen Verbesserung des Versicherungsschutzes der Mitglieder schloß man sich
1956 dem damals noch bestehenden Schützengau Pfaffenhofen an. Bei dieser Gelegenheit
wurde auch über den heutigen Namen unseres Vereins "Schützenverein Drei
Buchen" entschieden, benannt nach drei uralten Buchen, die noch heute eng miteinander
verwachsen, im Wald Richtung Paunzhausen zu sehen sind. Leider mußte der Schießbetrieb
ab Mai 1966 eingestellt werden, da der Gasthof Lindermeir umgebaut wurde. In dem
modernisierten Gasthof konnte erst am 6. Juni 1975 das Vereinsleben mit 4 Schießständen
im Speicher wieder aufgenommen werden. Im gleichen Jahr schloß sich der Verein dem
Schützengau Massenhausen an.
Seit 1976 ist der Verein stolzer Besitzer einer Schützenkette und seit 1980 besitzen wir
auch eine Jugendkette.
Am 28. Mai 1978 wurde anläßlich des 85-jährigen Vereinsjübiläum, unsere Vereinsfahne
geweiht. Fahnenmutter ist Frau Mariele Oberhauser.
Der Spruch auf der Fahne lautet: |
Der Verein zählt ca. 140 Mitglieder, besitzt einen vereinseigenen
Zimmerstutzen, 1 Vorderladergewehr, 10 Luftgewehre und 1 Luftpistole.
Im April 1983 fand das 26. Gauschießen des Schützengaues Massenhausen in Reichertshausen
statt. Am 15. Mai 1983 war dann das 16. Gauschützenfest mit Preisverleihung. Zugleich
wurde das 90-jährige Vereinsjubiläum mit dem 60-jährigen Gaugründungsfest gefeiert.
Anläßlich des 90-jährigen Bestehens hat Herr Baron Volker Cetto den Schützen die 3
Buchen, das Wahrzeichen des Vereins, geschenkt.
Im November 1983 trat der langjährige 1. Schützenmeister Ulrich Oberhauser zurück.
Seitdem füllt Alois Zaisch dieses Amt aus.
Seit 1985 ist der Verein mit 2 Mannschaften beim Rundenwettkampf des Gaues Massenhausen
aktiv beteiligt und ist recht erfolgreich. Im gleichen Jahr wurde eine
Vorderladerabteilung zum Salutschießen ins Leben gerufen. Im Juni 1988 bekamen
Vorderladerschützen den Status "Tradition" zuerkannt, zugleich wurde die
Erlaubnis zum Schießen mit einer Flinte ausgesprochen.
Nach fast 100 Jahren "Heimat" im Gasthof Lindermeir, 2 Jahren Unterkunft bei der
Freiwilligen Feuerwehr Reichertshausen und der Unterkunft bei der Familie Haun (Autohaus
Renault) entschieden sich bei einer außerordentlichen Mitgliederversammlung am 10. April
1992 die Mehrheit der anwesenden Mitglieder für den Bau eines eigenen Schützenheimes.
Die bisherigen Planungen sehen acht Luftgewehrstände und acht 25 m-Stände für scharfe
Waffen vor. Es besteht die Möglichkeit, letztere später auf 100 m zu erweitern oder bei
Veranstaltungen problemlos in Luftgewehrstände umzubauen.
Nach dem 1. Spatenstich im Frühjahr 1994 war es im März 1996 soweit. Wir konnten den
ersten Schießabend im neuen Vereinsheim abhalten. Der erste Bauabschnitt mit den
Luftgewehrständen und dem Lokal war beendet.
Pünktlich zum 1. Mai 1996 konnte das neue Lokal, die Pizzeria "Casa Mia"
Ristorante eröffnet werden.
Es wird nun eine weitere große gemeinsame Aufgabe sein, den Bauabschnitt 2 (25m-Stände)
und 3 (100m-Stände) in den nächsten Jahren zu verwirklichen.