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Aktuelle Gartentipps vom Kreisverband 2003:
Das kostbare Nass im Garten richtig einsetzen
Wasser ist Lebenselixier für uns Menschen, Tiere und Pflanzen. Bei
längerer Trockenheit ist dies besonders zu spüren. Die Böden
trocknen von Tag zu Tag immer mehr aus. Die Pflanzen welken und der Rasen bekommt
Brandstellen.
Eine Situation, die jeden Gärtner zum Handeln veranlasst. Doch Überreaktionen
müssen nicht immer Erfolg versprechend sein. Wasser ist ein lebensnotwendiger
Rohstoff, ja Lebensmittel, bei dem es eines behutsamen Vorgehens bedarf. Zum
Umgang mit dem „kostbaren Nass“ im Garten einige Überlegungen:
Kulturtechnische Maßnahmen
- den Rasen in den Sommermonaten nicht zu kurz mähen, eine höhere
Grasnarbe beschattet den Boden besser, die Wasserverluste sind dadurch nicht
zu hoch; - Mulchauflagen im Gemüsegarten, Gewächshaus, in
Gehölz- und Staudenpflanzungen verhindern eine allzu große Verdunstung
und die damit verbundene Wurzelaustrocknung, die Schattierung von Kleingewächshäusern
wirkt sich darüber hinaus angenehm auf das Kleinklima aus;
- verdichtete Kulturböden flach lockern, dadurch werden die Bodenkapillaren
zerstört, es verdunstet weniger Wasser aus dem Wurzelraum; eine alte Gärtnerregel
hierzu: 1 x hacken erspart 3 x gießen!
Bemessung der Wassermenge
Patentrezepte hierzu gibt es nicht. Zu viele Faktoren sind dabei zu berücksichtigen.
Neben den bereits erwähnten, kulturbezogenen Maßnahmen sind dies
die unterschiedlichen Standortvoraussetzungen und Pflanzenbestände:
- bindige, zum lehmig neigende Gartenböden besitzen Wasser bindende
Eigenschaften und trocknen nicht so schnell aus wie beispielsweise Böden
mit sandig-kiesiger Bodenstruktur;
- beschattete Gartenböden, durch Gebäude, hohen Baumbestand, sind
vor Verdunstung und Austrocknung besser geschützt als nackte Böden
bei z.B. Gartenneuanlagen;
- am Standort gut eingewachsene Pflanzen sind weitaus widerstandsfähiger
und regenerationsfreudiger nach einer Trockenheit als Neupflanzungen, besonders
empfindlich sind im Keimstadium befindliche Rasenneuanlagen und Jungkulturen;
- den Gießzeitpunkt richtig wählen, ein zeitiges Gießen in
den Morgenstunden ist ergiebiger und pflanzenverträglicher als am Abend;
da sich der Boden über Nacht allmählich abkühlt, ist die
Wasserverdunstung am Morgen wesentlich geringer, unbedacht benetze Pflanzen
trocknen morgens schneller ab, die Infektion durch Pilzkrankheiten wird dadurch
geringer;
- nach Möglichkeit abgestandenes, z.B. in Regentonnen gesammeltes Wasser
verwenden, die meisten Pflanzen schätzen dies besonders, nicht über
das Blatt gießen, denn die Wurzel benötigt Wasser;
- bei höheren Wasseraufwandmengen, die Wassermenge in Etappen verabreichen
(zwei bis drei Arbeitsgänge), um Gießverluste durch Abfließen
zu vermeiden;
- Endkontrolle durchführen, das heißt kontrollieren, ob das Wasser
auch die Wurzelregion erreicht hat; „Gießgang erst dann wiederholen, wenn
Trockenheit im Wurzelraum erkennbar ist;“
- bei richtiger Bemessung der Wassermengen (10 – 30 Ltr./m2) je nach Bodenart
und Pflanzenbestand ist es sicherlich so, dass sich die Geißabstände
auf ein vernünftiges, wirtschaftliches und ökologisches vertretbares
Maß einpendeln.>
Josef Stadler
Kreisfachberater für Gartenkultur und Landespflege
Landkreis Pfaffenhofen a. d. Ilm
Bodenuntersuchung des Kreisverbandes für Gartenbau und Landespflege
In der Frühjahrsversammlung des Kreisverbandes im April dieses Jahres wurde
die Bodenprobeaktion des Kreisverbandes Pfaffenhofen eingehend erläutert
und den Vorständen vorgestellt.
Nachdem der Termin immer näher rückt wird nochmals daran erinnert.:
Die Einsammlung der Proben erfolgt am 7. Oktober 2003 ab 7.30 Uhr – bis
ca. 18.00 Uhr.
Wichtig: Um Mitteilung des Bereitstellungsplatzes - bis 29. Sept. 2003 - an Herrn
Stadler wird gebeten.
Tel. 08441/27315 oder Mail: Josef.Stadler@landratsamt-paf.de
Kosten: 7.00 Euro je Einzelprobe,
Die Rechnung von Seiten des Untersuchungslabors ist vom jeweiligen Gartenbauverein
zu begleichen.
Mehrkosten werden für Gartenbauvereinsmitglieder auf Antrag,
durch Kreisverband an den Gartenbauverein rückvergütet.
Josef Stadler
Kreisfachberater
In letzter Zeit häufen sich die Meldungen auf Feuerbrand Verdacht bei
Äpfel- und Birnbäumen, Weiß- und Rotdorn, sowie Cotoneastern.
Untersuchungen haben in den meisten Fällen Feuerbrand bestätigt.
Nachdem Feuerbrand eine meldepflichtige Krankheit nach dem Bundesseuchengesetz
ist, wird um vermehrte Aufmerksamkeit, und bei Verdacht um Meldung an das Landratsamt
zu Händen Herrn Stadler gebeten. Telefon 08441/27315
Zur Erinnerung einige Verdachtsymptome von Feuerbrand (Klicken Sie bitte auf
das Bild um es zu vergrössern):
Feuerbrand an Weißdorn Typische
krückstockartige Verkrümmung
an
Weißdorn
Feuerbrand an Birnbaum Feuerbrand
an Cotoneaster
Um zahlreiche Beteiligung an der Feuerbrandexkursion am 14.08.03 um 18.00 Uhr
Treffpunkt Dorfmitte Ilmried wird gebeten. Siehe dazu
Bericht
Siehe auch Bericht
OGV Rohrbach
Josef Stadler
Kreisfachberater für Gartenkultur und Landespflege
Landratsamt Pfaffenhofen
Die Kirschfurchtfliege im Hausgarten biologisch
bekämpfen
Madige Kirschen sind nicht nur dem Erwerbsgärtner, sondern
auch dem Haus- und Kleingärtner ein Dorn im Auge. Eine biologische
Bekämpfung im Hausgarten erscheint in jedem Fall als sinnvoll.
Sehr frühe Sorten wie Burlat werden nicht befallen, weil
die Fliege noch nicht weit genug entwickelt ist, um ein Ei ablegen
zu können. Die Fliege bevorzugt Sorten mit weichen Früchten.
Knorpelkirschen werden etwas weniger stark befallen. Die
Kirschfurchtfliegen fliegen von Mitte Mai bis Juli und legen ihre
Eier an reifenden Kirschen ab. Die sich entwickelnden Maden ernähren
sich vom Fruchtfleisch der Kirschen und bewirken das Schadensbild:
die befallenen Früchte faulen. Zur
Abwehr gibt es mehrere Möglichkeiten: Vorbeugend: – Vorzeitig herabfallende
Früchte aufheben – Bäume frühzeitig und vollständig
leeren -auch bei Befall- – Das Schlüpfen der Fliege erfolgt
im Boden bei genügender Bodenwärmung. Unter den Bäumen
diese Bodenwärmung durch Bodendeckung verzögern,
bis die Früchte genügend gereift sind. – Wermuttee
4 bis 5 Wochen nach der Blüte mehrmals spritzen, um die
Kirschfliege von der Eiablage abzuhalten.
Direkt: – Eine
biotechnische Methode zum Fang der Fliegen besteht im Aufhängen
von Kirschfruchtliegenfallen im Mai. Das Verfahren
wirkt gut bei isoliert stehenden Bäumen. Die Fallen müssen
nach der Ernte sofort entfernt werden, da
sonst viele andere Insekten gefangen werden. Die
Fallen bestehen aus einer Leimfolie mit fluoreszierendem Gelb als
Lockfarbe. Die Kirschfliegen bleiben an der
Folie kleben; so kann die Eiablage verhindert werden.
Anwendung:
Je Baum sind 8-12 Fallen (vor allem an der Südseite),
wenn sich die Kirschen von Grün nach Gelb färben,
anzubringen. Die Fallen sollten nach der Ernte
sofort wieder entfernt werden, da somit unnötiger Weise
Nützlinge gefangen werden!
Quassia-Bitterholz Spritzbrühe zur Bekämpfung der Kirschfruchtfliege:
Im Bio-Anbau wird Quassia eingesetzt. Quassia-Bitterholz findet
als Spritzbrühe Verwendung. 150g – 250g Bitterholz werden mit
2 l Wasser übergossen. Dieser Ansatz bleibt 24 h stehen und
wird danach ½ Std. kräftig gekocht. Die fertig ausgekochte
Bitterholz-Brühe wird mit 10 bis 20 Ltr. Wasser verdünnt.
Die Quassia-Brühe soll sich vom Frühjahr bis zum Herbst
halten. Das Bitterholz kann nach dem Kochen wieder getrocknet werden
und 2 bis 3 mal weiter verwendet werden (KREUTER 1995).
SCHMID & HENGGELER (1989) empfehlen 150 g Quassiaholz /
2 L Wasser eventuell mit 250 g Schmierseife in 10 L Wasser verdünnt.
Bitterholz geraspelt gibt es in der Apotheke. Bitterholz-Extrakt
gibt es auch bei Biofa (Tel. 07381/9354-0) ab 1 kg. Hier wird es
gegen Wickler, Blütenstecher, Sägewespen, Kirschfruchtfliegen,
Himbeer-, und Kartoffelkäfer empfohlen. Versuche bescheinigen
ihm eine sehr gute Wirkung bei den Sägewespen, sehr gute Wirkung
bei der grünen Apfelgraslaus und einen Wirkungsgrad von 50
– 100 % bei der Kirschfruchtfliege. Dabei wurde das Mittel
3 x ausgebracht. Quassia ist kein Pflanzenschutzmittel sondern was
Hausgemachtes. Deshalb darf es ohne Einschränkung zur Anwendung
kommen.
Haben Sie noch Fragen? Rufen Sie doch bitte an.
Kreisfachberater für Gartenbau und Landespflege Landratsamt
Pfaffenhofen Josef Stadler Tel. 08441/27315 |
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Rettung für Kohl, Gelbe Rüben und Lauch
Großen Ärger bei den Hobbygärtnern
verursachen vermadete Rettiche, Radies, Lauch und Möhren sowie
das Umkippen bzw. Welken von Kohlgewächsen. Die Schäden
werden durch Larven verschiedener Gemüsefliegen (Kohlfliege,
Rauchmotte, Möhrenfliege u.a.) verursacht, deren Maden sich
in die vorgenannten Kulturen hineinfressen, nachdem sie aus den
in der Nähe abgelegten Eiern geschlüpft sind.
„Durch rechtzeitige
Vorbeugemaßnahmen lassen sich diese oft vermeiden“, so der
Kreisfachberater für Gartenbau und Landespflege, Josef Stadler.
Bereits durch die überlegte Wahl des Saat- bzw. Pflanzzeitpunktes
kann der Befall erheblich reduziert werden. Von der Kohlfliege,
die Rettiche und Kohl schädigt, fliegt die erste Generation
Anfang Mai. Rettiche, die bis zu diesem Termin erntereif sind, werden
kaum befallen. Kohl, der erst nach dieser Zeit (ab Ende Mai)
angebaut wird, bleibt ebenfalls weitgehend verschont. Frühe
Möhren, die vor Mitte Juni geerntet sind, werden nicht von
der Möhrenfliege befallen, weil die erste Generation erst im
Juni ihre Eier an die Möhren ablegt.
Die sicherste Bekämpfungsmöglichkeit
gegen diese Vermadungen stellt das Abdecken der Rettiche,
Radies, Möhren, Lauche und des Kohls mit den im Fachhandel
erhältlichen Spezialnetzen dar. Die Gemüsefliegen können
durch diese Abdeckmaterialen nicht an die Pflanzen gelangen, um
ihre Eier abzulegen und bleiben so weitgehend schädlingsfrei.
Wichtig ist, dass die Netze unmittelbar nach der Saat bzw. Pflanzung
aufgelegt werden.
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