|
Im Frühjahr und Sommer beginnen junge Triebe zu
welken und sind nach wenigen Tagen verdorrt. Die Triebspitzen krümmen
sich beim typischen Verlauf hakenförmig ein. Die Hauptadern der Blätter
sind oft auffallend dunkel gefärbt. Befallene Blüten und Früchte
verfärben sich ebenfalls dunkelbraun bis schwarz. Die abgestorbenen
Blätter, Blüten und Früchte bleiben, im Gegensatz zu einigen anderen
Krankheiten, an der Pflanze hängen. Die Gehölze sehen im Endstadium wie
verbrannt aus – daher der Name Feuerbrand.
|

Klicken Sie auf das Bild um es zu vergrössern |
|
Ähnliche Erscheinungen an Gehölzen können jedoch
auch durch andere Krankheiten, z.B. Frost und Bakterienbrand entstehen.
Auch der Monilia-Pilz an Kirschbäumen, die nicht vom Feuerbrand befallen
werden, verursacht oft ähnliche Symptome. Vielfach verläuft die
Feuerbranderkrankung nicht immer so dramatisch und mit nicht eindeutigen
Symptomen. Eine sichere Diagnose kann in vielen Fällen nur im Labor
erfolgen.
Die Bakterien
überdauern in den befallenen Pflanzenteilen. Bei feuchtwarmer Witterung
im Frühjahr und Sommer erscheinen hellbraune Schleimtröpfchen – es
handelt sich dabei um Bakterienschleim mit Bakterien. In dieser Form
werden die Bakterien durch Insekten, Vögel, Regenspritzer,
Schnittwerkzeuge, Fahrzeuge und so weiter auf andere Pflanzen
verbreitet.
Bekämpfung durch Rückschnitt oder Rodung
Eine chemische
Bekämpfung des Feuerbrandes mit den herkömmlichen Pflanzenschutzmitteln
ist im Hausgarten nicht möglich. Die Ausbreitung kann je nach Stadium
des Befalls nur durch rigorosen Rückschnitt, am sichersten durch Rodung
und Vernichtung erkrankter Gehölze eingedämmt werden. Eine
Zusammenarbeit mit den Gemeinden ist empfehlenswert.
Feuerbrand muss gemeldet werden
Mit dem Ziel, die Verbreitung des Feuerbrandes
so gut wie möglich zu verhindern, wurde die Feuerbrandverordnung
erlassen.
Nach dieser Verordnung ist jeder verpflichtet, das Auftreten des
Feuerbrandes oder auch nur den Verdacht auf Feuerbrand, unverzüglich zu
melden.
Für den Erwerbsgartenbau ist das Amt für
Landwirtschaft und Ernährung Ingolstadt zuständig
(Sachbearbeiter Herr Schuster Tel. 0841/3109-86).
Für den Freizeitgartenbau der Kreisfachberater
für Gartenkultur und Landespflege
beim Landratsamt Pfaffenhofen, Tel. 08441/27315.
Weitere Infos zum Thema Feuerbrand finden Sie
hier (KV) und
hier (OGV Rohrbach)
Gartenbauvereine auf Suche nach alten Obstsorten
Kreisverband plant Mustergarten - Streuobstgärten und Einzelbäume
werden systematisch erfasst.
(PK-Bericht vom 19.04.2004, S. 19) Alle Hände voll zu tun haben jetzt
die Mitglieder der 26 Obst- und Gartenbauvereine im Landkreis Pfaffenhofen.
Sie werden sich in ihren Gemeinden und Städten in diesen Wochen auf die
Suche nach alten Obstbaumbeständen machen - und diese detailliert erfassen.
Flurnummer, Obstsorte und Alter des jeweiligen Baumes sollen in den
Erhebungsbogen "Streuobst im Landkreis Pfaffenhofen"
eingetragen werden, den Heinz Huber, Geschäftsführer beim Kreisverband
für Gartenbau und Landespflege bei der letzten Kreisverbandssitzung Anfang
April verteilt hatte.
"Wir wollen damit die Obstbaumbestände im Landkreis erfassen",
erklärte Huber, der sich auch im Obst- und Gartenbauverein Rohrbach engagiert
und beruflich in der Unteren Naturschutzbehörde des Landratsamtes ein wachsames
Auge besonders auf schützenswerte und seltene Pflanzen hat.
Hubers größte Hoffnung: Vielleicht findet sich auf einem der
vielen Einödhöfe ein Apfelbaum mit einer alten, schon in Vergessenheit
geratenen heimischen Apfelsorte. "Diese Sorten sind in der Regel sehr widerstandsfähig.
Da sie sich hier selber entwickelt haben, sind sie an das hiesige Klima gewohnt",
zählt er die Vorteile der alten Sorten auf. Gerade bei den Äpfeln
handelt es sich oft um sehr säurehaltige Früchte, die sich sehr gut
zum Saftpressen eignen würden. Um die alten Sorten wieder zu vermehren,
würde der Kreisverband gerne eine Streuobstwiese als eine Art "Mustergarten"
anlegen.
"Zunächst müssen wir aber mal sehen, welche Obstbestände
überhaupt da sind", sagt Huber. Die Auswertung der Erhebungsbögen
soll dann in Zusammenarbeit mit der FH Weihenstephan erfolgen. Anhand von Holz
und den Früchten könnten die Sorten dann genau bestimmt werden. Bei
den Datenmengen, die von den 26 Obst- und Gartenbauvereinen geliefert werden,
wird das einige Zeit in Anspruch nehmen. "Das kann zwei bis drei Jahre
dauern", vermutet Huber.
Besondere Bedingungen würden an den Standort für eine Streuobstwiese
nicht gestellt. "Normaler Humusboden oder einfaches Ackerland reicht",
hofft er, dass auch andere Gartenbauvereine eine Streuobstwiese anlegen würden.
"In Manching, Geisenfeld und Vohburg zum Beispiel haben die Gartenbauvereine
schon Streuobstwiesen angelegt, allerdings mit anderer Zielsetzung als der Kreisverband",
so Huber. Während der Kreisverband in seinem geplanten Mustergarten vor
allem alte Sorten vermehren möchte, nutzen die anderen Vereine ihre Anlagen,
um Schnittkurse durchzuführen und anschaulich über verschiedene Obstsorten
zu informieren. Wieviele - auch alte - Streuobstwiesen im Landkreis schon vorhanden
sind, davon will sich Huber nun überraschen lassen.
Erhebungsbogen
|