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Kreisverband für
Gartenbau und Landespflege
Pfaffenhofen a. d. Ilm e.V.

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Aktuelle Gartentipps vom Kreisverband 2004:

Auf Symptome des Feuerbrandes achten!

Diese gefährliche Bakterienkrankheit ist in den vergangenen Jahren verstärkt aufgetreten. In den Jahren 1997 bis 1999 wurde auch in unserem Landkreis diese gefährliche Krankheit festgestellt. Im vergangenen Jahr war es fast eine epidemische Verbreitung im gesamten Landkreis Pfaffenhofen Aufgrund der als hoch einzustufenden Brisanz dieser Krankheit wird um erhöhte Aufmerksamkeit der Gartenbesitzer gebeten.
Vor allem einige Obstarten und bestimmte Ziergehölze werden von dieser Bakterienkrankheit befallen. Der Feuerbrand ist mit herkömmlichen Pflanzenschutzmitteln nicht bekämpfbar und breitet sich stetig weiter aus. Aufgrund der Feuerbrandverordnung ist jeder verpflichtet, das Auftreten der Krankheit zu melden.

Nach der Obstbaumblüte auf Symptome achten

Befallen werden neben Apfel- und Birnbäumen vor allem Wildkulturen und Zierformen von Birn- und Apfelbäumen, Quitten, Cotoneaster, Zierquitte, Stanvaesia, Weißdorn, Rotdorn, Feuerdorn und Mehlbeere. Achten Sie vor allem bei diesen Gehölzen auf Befallsymptome. Nicht befallen werden das Stein- und Beerenobst sowie Nadelgehölze.

Woran ist Feuerbrand erkennbar?

Im Frühjahr und Sommer beginnen junge Triebe zu welken und sind nach wenigen Tagen verdorrt. Die Triebspitzen krümmen sich beim typischen Verlauf hakenförmig ein. Die Hauptadern der Blätter sind oft auffallend dunkel gefärbt. Befallene Blüten und Früchte verfärben sich ebenfalls dunkelbraun bis schwarz. Die abgestorbenen Blätter, Blüten und Früchte bleiben, im Gegensatz zu einigen anderen Krankheiten, an der Pflanze hängen. Die Gehölze sehen im Endstadium wie verbrannt aus – daher der Name Feuerbrand.
 

feuerbrand
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Ähnliche Erscheinungen an Gehölzen können jedoch auch durch andere Krankheiten, z.B. Frost und Bakterienbrand entstehen. Auch der Monilia-Pilz an Kirschbäumen, die nicht vom Feuerbrand befallen werden, verursacht oft ähnliche Symptome. Vielfach verläuft die Feuerbranderkrankung nicht immer so dramatisch und mit nicht eindeutigen Symptomen. Eine sichere Diagnose kann in vielen Fällen nur im Labor erfolgen.

Die Bakterien überdauern in den befallenen Pflanzenteilen. Bei feuchtwarmer Witterung im Frühjahr und Sommer erscheinen hellbraune Schleimtröpfchen – es handelt sich dabei um Bakterienschleim mit Bakterien. In dieser Form werden die Bakterien durch Insekten, Vögel, Regenspritzer, Schnittwerkzeuge, Fahrzeuge und so weiter auf andere Pflanzen verbreitet.

Bekämpfung durch Rückschnitt oder Rodung

Eine chemische Bekämpfung des Feuerbrandes mit den herkömmlichen Pflanzenschutzmitteln ist im Hausgarten nicht möglich. Die Ausbreitung kann je nach Stadium des Befalls nur durch rigorosen Rückschnitt, am sichersten durch Rodung und Vernichtung erkrankter Gehölze eingedämmt werden. Eine Zusammenarbeit mit den Gemeinden ist empfehlenswert.

Feuerbrand muss gemeldet werden

 Mit dem Ziel, die Verbreitung des Feuerbrandes so gut wie möglich zu verhindern, wurde die Feuerbrandverordnung erlassen.
Nach dieser Verordnung ist jeder verpflichtet, das Auftreten des Feuerbrandes oder auch nur den Verdacht auf Feuerbrand, unverzüglich zu melden.
Für den Erwerbsgartenbau ist das Amt für Landwirtschaft und Ernährung Ingolstadt zuständig
(Sachbearbeiter Herr Schuster Tel. 0841/3109-86).

Für den Freizeitgartenbau der Kreisfachberater für Gartenkultur und Landespflege
beim Landratsamt Pfaffenhofen, Tel. 08441/27315.

 Weitere Infos zum Thema Feuerbrand finden Sie hier (KV) und hier (OGV Rohrbach)
Gartenbauvereine auf Suche nach alten Obstsorten

Kreisverband plant Mustergarten - Streuobstgärten und Einzelbäume werden systematisch erfasst. (PK-Bericht vom 19.04.2004, S. 19) Alle Hände voll zu tun haben jetzt die Mitglieder der 26 Obst- und Gartenbauvereine im Landkreis Pfaffenhofen. Sie werden sich in ihren Gemeinden und Städten in diesen Wochen auf die Suche nach alten Obstbaumbeständen machen - und diese detailliert erfassen.
Flurnummer, Obstsorte und Alter des jeweiligen Baumes sollen in den Erhebungsbogen "Streuobst im Landkreis Pfaffenhofen" eingetragen werden, den Heinz Huber, Geschäftsführer beim Kreisverband für Gartenbau und Landespflege bei der letzten Kreisverbandssitzung Anfang April verteilt hatte. "Wir wollen damit die Obstbaumbestände im Landkreis erfassen", erklärte Huber, der sich auch im Obst- und Gartenbauverein Rohrbach engagiert und beruflich in der Unteren Naturschutzbehörde des Landratsamtes ein wachsames Auge besonders auf schützenswerte und seltene Pflanzen hat.

Hubers größte Hoffnung: Vielleicht findet sich auf einem der vielen Einödhöfe ein Apfelbaum mit einer alten, schon in Vergessenheit geratenen heimischen Apfelsorte. "Diese Sorten sind in der Regel sehr widerstandsfähig. Da sie sich hier selber entwickelt haben, sind sie an das hiesige Klima gewohnt", zählt er die Vorteile der alten Sorten auf. Gerade bei den Äpfeln handelt es sich oft um sehr säurehaltige Früchte, die sich sehr gut zum Saftpressen eignen würden. Um die alten Sorten wieder zu vermehren, würde der Kreisverband gerne eine Streuobstwiese als eine Art "Mustergarten" anlegen.

"Zunächst müssen wir aber mal sehen, welche Obstbestände überhaupt da sind", sagt Huber. Die Auswertung der Erhebungsbögen soll dann in Zusammenarbeit mit der FH Weihenstephan erfolgen. Anhand von Holz und den Früchten könnten die Sorten dann genau bestimmt werden. Bei den Datenmengen, die von den 26 Obst- und Gartenbauvereinen geliefert werden, wird das einige Zeit in Anspruch nehmen. "Das kann zwei bis drei Jahre dauern", vermutet Huber.

Besondere Bedingungen würden an den Standort für eine Streuobstwiese nicht gestellt. "Normaler Humusboden oder einfaches Ackerland reicht", hofft er, dass auch andere Gartenbauvereine eine Streuobstwiese anlegen würden. "In Manching, Geisenfeld und Vohburg zum Beispiel haben die Gartenbauvereine schon Streuobstwiesen angelegt, allerdings mit anderer Zielsetzung als der Kreisverband", so Huber. Während der Kreisverband in seinem geplanten Mustergarten vor allem alte Sorten vermehren möchte, nutzen die anderen Vereine ihre Anlagen, um Schnittkurse durchzuführen und anschaulich über verschiedene Obstsorten zu informieren. Wieviele - auch alte - Streuobstwiesen im Landkreis schon vorhanden sind, davon will sich Huber nun überraschen lassen.

Erhebungsbogen

 

 

 
 
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