Text und Fotos aus: "Jagd in Bayern" 7/2003

BIENEN?
EINFACH BESTECHEND!

 

Sie sind „emsig“, „fleißig“ und ihre Behausung gilt für uns als der Inbegriff der Betriebsamkeit: Bienen. Seit rund vier Jahrtausenden begleiten sie den Menschen. Dass ihr Stich uns sehr weh tun kann, vergessen wir gerne – schließlich verwöhnen die Insekten uns dafür mit süßem Honig, duftendem Wachs und heilsamem Propolis.
Gesammelt vielleicht auf einer Streuobstwiese der Jäger des BJV.

"Summ, summ, summ, Bienchen summ herum", lautet ein altes Kinderlied, das wohl jeder von uns kennt. "Ei, wir tun Dir nichts zuleide, flieg nur über Wald und Heide." Eine eigentlich seltsame Liebeserklärung an ein Insekt, das uns mit seinem Stachel doch sehr weh tun kann. Wieso sind uns Bienen trotzdem sympathisch? Wieso widmen wir ihnen Volkslieder und Fernsehserien wie „Biene Maja“?

Bienen sind einfach bestechend. Seit rund 4000 Jahren versorgen sie den Menschen mit Honig – lange Zeit das einzige Süßungsmittel überhaupt. 20 Kilo produziert ein Volk durchschnittlich im Jahr. Nicht nur lecker, sondern auch gesund: Schon Hippokrates, der Urvater unserer Medizin, verordnete Honig als Heilmittel. Propolis ist ein weiteres Produkt der Bienen, das wir medizinisch nutzen können. Die Tiere mischen es aus pflanzlichem Wachs, Harz und körpereigenen Stoffen. Es wirkt natürlich antibiotisch und tötet Keime ab und wird zum Beispiel für die Haut- und Zahnpflege eingesetzt.

Ihren wichtigsten Nutzen erbringen die Bienen aber sozusagen nebenher: Sie bestäuben unsere Pflanzen. Apfel- und Kirschbäume, Himbeerbüsche und mehr. Gut 80 Prozent unserer Kulturpflanzen, schätzt die Bayerische Landesanstalt für Bienenzucht, sind auf den Besuch der Honigbienen angewiesen. Unter den bis zu 50.000 Bewohnern in einem Bienenstock gibt es aber auch eine kleine Zahl, die das Einflugloch nie passieren: Die Königin und die Drohnen, die männlichen Tiere. Sie sind allein dazu da, für Nachwuchs zu sorgen. Die Königin kann pro Tag das Doppelte ihrer Körpermasse an Eiern ablegen. Sind die Eier befruchtet, werden Arbeiterinnen daraus, die von den Blumen das Material für Waben, Propolis oder Honig einsammeln. Sind sie unbefruchtet, schlüpfen Drohnen, die wiederum die Königin begatten.

Und was tun Bienen im Winter? Die Tiere, die den Sommer über Honig gesammelt haben, leben schon nicht mehr. Ihre Nachfolger, die sogenannten Winterbienen, bilden im Stock eine große Kugel um die Königin, die sie bei 35 Grad Wärme halten. Dazu krabbeln die aufge-wärmten Tiere aus der Mitte immer wieder nach außen und lassen ihre abgekühlten Kollegen nach innen. Ein ausgeklügeltes System. Trotzdem haben viele Imker im letzten Jahr eine unangenehme Überraschung erlebt, als sie die Kästen nach dem Winter öffneten: Die sogenannte Varroa-Milbe hatte rund einem Drittel der Tiere den Garaus gemacht.

Plötzlich wurde klar, was vom Gedeih der Biene alles abhängt. Nicht nur der Nachschub an Honig, sondern auch die Apfel-, Pflaumen- und sonstigen Ernten. Mittlerweile gibt der Deutsche Imkerbund Entwarnung: „Die Entwicklung der Bienenvölker wird bisher als sehr gut bezeichnet“, so Pressesprecherin Dr. Doris Kull. Die Ernten sind also wohl gesichert. Kein Wunder, dass wir der Biene ihren Stich nicht übel nehmen. Ohne sie gäbs keinen Apfelstrudel, kein Pflaumenmus – und die ganze BJV-Streuobstaktion wäre umsonst. 
                                                                 VK
 
Informationen zur Imkerei:
Bayerische Landesanstalt für
Weinbau und Gartenbau
, Residenzplatz 3
97070 Würzburg
Tel.: 09 31 / 3 05 09 - 0
Fax: 09 31 / 30 50-977
Internet: www.lwg.bayern.de/bienen/
E-Mail: poststelle@lwg.bayern.de

Bienenforschungsstation
der
Universität Würzburg, Biozentrum
Am Hubland, 97074 Würzburg
Tel.: 09 31 / 8 88 - 43 19
Fax: 09 31 / 8 88 - 43 09
E-Mail:
tautz@biozentrum.uni-wuerzburg.de

Deutscher Imker Bund
, „Haus des
Imkers“, Villiper Hauptstraße 3,
53343 Wachtberg - Villip
Tel.: 0 22 8 / 93 29 20
Fax: 0 22 8 / 32 10 09
Internet: www.deutscherimkerbund.de
E-Mail:deutscherimkerbund@t-online.de
Der Bienenfilmer
Die Fotos auf dieser Seite stammen von Donat Waltenberger, seit seinem zehnten Lebensjahr der Faszination
der Honigbiene erlegen. Aus seinen Beobachtungen hat er einen Film gedreht, der das Zusammenspiel zwischen
Biene, Imker und Natur durch den Jahreszyklus hindurch begleitet:

„Fleißige Bienen. Wir brauchen sie – sie brauchen uns“ (57 Min., VHS/Pal).
Schulversion: „Bienen als Bestäuber in der Obhut des Menschen“ (34 Min., VHS/Pal) Preis: je 35,90 €
Bestellung: Donat Waltenberger Hammerschmiedstraße 5, 87711 Mindelheim, Tel.: 08261-1566

Text und Fotos aus: "Jagd in Bayern" 7/2003    jedoch Internet-Adressen aktualisiert

Der Kreisverband hat diesen Film erworben (DVD). Er kann von den Ortsverbänden bei Bedarf ausgeliehen werden.
Setzen Sie sich dazu mit dem Geschäftsführer H. Huber in Verbindung (Tel. 08441-27 316).

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 Letzte Änderung am 05.12.2006 (TbF) Post