Geburtsdatum: 22. Juni 1995

Stockmaß: 1,74

Farbe: Schimmel

Rasse: Württemberger

Vater: Dobel’s Cento v. Capitol I

Mutter: Wolke v. Drachenfels

Bei uns seit: Oktober 2005

Läuft im Moment: Einzel für Stefanie Kreutmair und Yasmin Özdemir

Größte Erfolge: Gewinn der WM 2004 in Österreich mit Nicola Ströh im Einzelvoltigieren; Deutscher Vizemeister der Gruppen 2004 mit dem Team Oldenburg

 

 

 

Manchmal laufen einem Engel über den Weg.

Als uns dieses Pferd angeboten wurde, konnten wir es zuerst nicht glauben. Schließlich ist Centuro jedem, der sich im höheren Voltigiersport auskennt, ein Begriff. Er hat die Oldenburger Mannschaft 2004 zur Silbermedaille bei der Deutschen Meisterschaft getragen und hat der deutschen Einzelvoltigiererin Nicola Ströh im gleichen Jahr zum Weltmeistertitel verholfen. 2005 konnte er mit der Oldenburger Gruppe erste Plätze auf dem Internationalen Turnier in Saumur (Frankreich) sowie auf der Deutschen Bundessichtung erlangen.

So ein Pferd bekommt man nicht angeboten.

Es war aber wirklich so. Und seit er im Oktober 2005 von Oldenburg von Pfaffenhofen gezogen ist, hat sich für uns so manches verändert.

Centuros Qualität liegt in seiner unvergleichlichen Galoppade, die wirklich jede Kür funktionieren lässt. Der Wallach trägt dabei S-Gruppen genauso zuverlässig wie Einzelvoltigierer.

Seitdem ist "Sturo", der eigentlich gar nicht stur ist, unser Edeljoker. Eigentlich ist er ja aus Altersgründen und aus Respekt vor dem, was er schon geleistet hat, im Teilruhestand. Seine Einzelvoltigierer belasten ihn im Training nur "mit angezogener Handbremse" und seine Gelände-Reitbeteiligung hat strikte Anweisungen, wieviele Minuten sie maximal traben oder galoppieren darf und wie der Boden dafür beschaffen sein muss.

Aber während unsere anderen Pferde pünktlich zu den Meisterschaften Augenentzündungen haben oder sich auf der Koppel gegenseitig verprügeln und dann mit dicken Beinen bzw. tränendem Auge in der Box stehen, läuft Centuro wie ein Uhrwerk. Und wenn dann alle Stricke reißen, weil diverse junge Leistungsträger im Generalstreik sind, dann steht "Opi" bereit und springt mal schnell für eine Gruppe ein. Das Wunder ist, dass die Gruppe dann meistens besser ist als auf ihrem eigentlichen Pferd und Silke nach der Saison wieder mit Zähnen und Klauen seinen Status als Frührentner vor den begierigen Augen unserer Turniervoltigierer verteidigen muss.

Und Centuro scheint das alles klasse zu finden. Locker und zufrieden genießt er Koppel und Gelände und lässt sich als "Luxus-Pferd" von Steffi und Silke betüddeln. Denn er ist immer noch "Chef-Sache" und die beiden lassen nicht viele an ihn ran! :-) Nur ab und zu schockt er Karin, wenn er ohne ersichtlichen Grund aus dem Stehen über den Koppelzaun springt. Aber nachdem er sich dabei noch nie was getan hat und seine VIP-Abstammung ja auch unübersehbar ist, gehen wir einfach davon aus, dass er uns in regelmäßigen Abständen beweisen möchte, dass er auch das Springen noch drauf hätte, wenn wir ihn nur lassen würden.

Im Alter kommt die Ruhe? Insgesamt ist Centuro eines unserer unkompliziertesten Pferde. "Nur kein Stress" ist seine Philosophie. Am beeindruckendsten ist diese Umsetzung, wenn er neue Koppelpartner bekommt. Während sich alle anderen aufgeregt umkreisen, Hals und Schweif aufstellen und quietschen wie die Schweine, bleibt Centuro ganz cool. Und wenn dann so ein streitlustiger 1,80-Riese auf ihn zudonnert, bietet Centuro einfach Fellkraulen an. Das verblüfft jeden Angreifer und erstickt Schlägereien schon im Keim. Unschlagbar diplomatisch hat er somit ganz viele Freunde unter unseren Pferden.

Das schönste an Centuro ist jedoch, dass auch wir noch einen sehr lieben Freund samt Gattin hinzugewonnen haben. Wir danken dem Menschen, der das alles für uns möglich gemacht hat!