Geburtsdatum: 14. Juni 2006

Stockmaß: ca. 1,45

Farbe: Fuchsschecke

Rasse: Haflinger x Welsh C

Vater:

Mutter: Walking On Sunshine v. Amor

Bei uns seit: November 2007

Läuft im Moment: ein bißchen Reitschul-Betrieb

Größte Erfolge: hat eine solide Grunderziehung bekommen; durfte schon 2x auf einen Führzügel-Wettbewerb

 

 

Unser Kleiner ist Fohlen Nummer 2 für den Verein. Im Gegensatz zu Nathan haben wir ihn aber nicht gezielt gekauft. Auf der Suche nach einem Anfänger-Hafi sind wir im Internet über seine Mama Sunny gestolpert. Aber Sunny gab's nur in der Kombipackung. Nachdem Leo ja "ganz interessant" aussieht (gescheckter Riesen-Hafi), war die Entscheidung schnell gefallen. Die Tatsache, dass wir ja schon ein Fohlen haben, hat es uns dabei bedeutend leichter gemacht.

Bislang haben wir auch noch nichts bereut. Schlimmer als das Verladen konnte eh nichts mehr kommen... Normalerweise rühmen wir uns ja, jedes Pferd in den Hänger zu bekommen. Aber er hat uns echt an unsere Grenzen gebracht.

Wir befanden uns
- mitten zwischen landwirtschaftlich bebauten Äckern
- ohne feste Beleuchtung
- auf einer Schlammkoppel, circa 10-15cm tief
- die mit weißem Band eingezäunt war, das praktisch nicht unter Strom stand. (Anfassen erzeugt leichtes Prickeln.)

Weiterhin war es
- ziemlich frisch, (circa 5 Grad)
- ziemlich dunkel (Es war Nacht!)
- und die "Koppel" nur von den Scheinwerfern eines geparkten Autos zu etwa einem Drittel spärlich erhellt.

Wir hatten
- eine interessierte Stute, die man
- mit Anna-Lenas Kohlrabi und
- liebevoller Zuwendung für alles gewinnen konnte.

Aber auch
- ein Fohlen, das
- kein Halfter trug
- in seinem Leben bis dahin auch nur einmal eines getragen hatte (den Kampf hat er damals gewonnen)
- und selbst wenn wir es draufbekommen hätten, sowieso nicht halfterführig gewesen wäre.

Weiterhin war er
- weder besonders anhänglich (weder in Bezug auf seine Mami noch auf Menschen),
- noch besonders kooperativ (Er sah nicht ein, warum er in einen rabenschwarzen Hänger einsteigen sollte.).

Nach einer guten Stunde sah das Verladeteam bestehend aus dem Vorbesitzer, einem seiner Freunde, Anna-Lena und mir aus wie die Schweine. Mal davon abgesehen, dass wir den Kleinen immer nur schemenhaft sehen konnten, ließ er sich von unserem Treibgang in den Hänger hinein nicht im geringsten beeinflussen. Das Absperrband verfehlte aufgrund der fehlenden "Strom-Erfahrungen" vollkommen seine Wirkung und da wir auf dem rutschigen Boden keinen sicheren Stand hatten, zog er uns einfach um. Bis auf den Anhänger gab es keinen einzigen unbeweglichen Punkt.

Bis schließlich unsere Rettung in Form eines Metzgers kam. (Nicht was ihr jetzt denkt!) Der Metzger gab uns den Tip, die Szenerie zu einem Bauern in der Nähe zu verlagern.
Die Idee war gut und so kam es zu einem unorthodoxen Umzug: Ein Auto, ein weiteres mit Hänger, zwei Männer, zwei Mädels (das waren wir), eine leicht angepisste Stute sowie ein freilaufendes, vollkommen überdrehtes Fohlen zogen bei völliger Dunkelheit quer über vermatschte Felder zu einer kleinen Scheune. Eine weitere Stunde später hatten wir die zwei im Hänger. Nur soviel sei gesagt: Es war ein Frontlader im Spiel und ein Bauer, der damit rekordverdächtig gut umgehen konnte.

Die Heimfahrt war dann etwas anstrengend: Wir bemühten uns nach Kräften im Auto möglichst wenig anzufassen, weil wir praktisch überall Spuren hinterließen. Wir waren so dreckig, dass wir uns sogar schämten, an einer Tankstelle aufs Klo zu gehen. Nach sehr vielen Stunden Fahrt (das Ganze war hinter Bayreuth und damit etwa 200km von daheim entfernt) waren wir dann endlich im Stall...
In Kürze wurde aus ihm dank unserer Stromzäune und Silkes "Überredungskunst" ein liebes und fügsames Fohlen. Mit drei Jahren zog er nach Wolnzach, wurde von Ulrike dreijährig in die Welt der Reitpferde eingeführt und machte sich von Anfang an ganz gut. Offenbar hat er die unkomplizierten Gene seiner Mami geerbt.

Und noch ein großes "Tadaaa":
Auch Leo hat 5jährig den "Wolnzacher Voltigier-Eignungstest" bestanden und wird in den nächsten 2 Jahren zum Voltigierpferd ausgebildet. Herrlich unkompliziert und mit ordentlicher Galoppade wird unser Goldschatz sicher mal ein feines A-Pferd werden. Bis dahin darf er als "Natural-Born-Führzügelpony" die Turniere der Umgebung unsicher machen.