Relativ schnell nach der Rückkehr aus Saumur klingelte bei Silke das Telefon.

Für die WM 2004 im eigenen Land hatten die Österreicher ein Nationalteam zusammengestellt, konnten aber kein geeignetes Pferd in den eigenen Reihen finden. Dadurch erfuhren wir zum ersten mal, was der Begriff "Voltigierfamilie" bedeutet. Unabhängig von der Nationalität wurden wir gefragt, ob wir unser damaliges Top-Pferd Winfrey zur Verfügung stellen würden. Durch unsere relative Nähe zum österreichischen Trainingsstützpunkt in Braunau a. Inn war der Trainingsaufwand akzeptabel und nach einer ersten Sichtung stand fest: Winnie darf die Gruppe tragen.

Für Silke und den Verein war es eine tolle Erfahrung, eine WM als Teilnehmer hautnah zu erleben. Das anvisierte Ziel einer Medaille "ging sich zwar nicht aus", wie es unsere lieben österreichischen Freunde formuliert haben, aber der 5. Platz war doch ein Erfolg und Silke war infiziert. Für die Pfaffenhofener Schlachtenbummler legendär: Übernachtungen bei der Milli-Oma.

 

 

Unser Fuchs Way of Life kam zu mehreren Einsätzen für den österreichischen Einzelvoltigierer Tobias Skiba, konnte sich aus mentalen Gründen aber nicht für die Weltmeisterschaft empfehlen. Sein Start auf dem CVI in München blieb das letzte Highlight unserer Zicke.

2005 hatten wir eine internationale Schaffenspause und fuhren nur zum Zusehen auf die Europameisterschaft nach Brescia, Italien. Zum ersten mal "professionell" mit dem Wohnwagen.

 

 

Nach 2004 veranstalteten die Ingelsberger auch 2006 wieder ein CVI in München. Fleißig waren wir vertreten:
Grand Gaudino lief für F.A.M.E. den Sieg herein (siehe nächstes Kapitel).
Centuro ging mit zwei Mädels an den Start: Megan Benjamin aus den USA und Tristyn Lowe aus Australien.
Und in einer mehr als spontanen Aktionen schnappten sich die Schweden unseren Latinio als Gruppenpferd, nachdem ihr eigener nicht durch die Verfassungsprüfung gekommen war.

2005 hatten wir eine internationale Schaffenspause und fuhren nur zum Zusehen auf die Europameisterschaft nach Brescia, Italien. Zum ersten mal "professionell" mit dem Wohnwagen.

 

 

2006 sollte dann unser Jahr werden: Weltreiterspiele in Aachen, die WM im eigenen Land, und das in Deutschland, DER Pferdesportnation im Bereich Voltigieren. Klar, dass der Termin schon lange zuvor im Terminplaner stand und Silke träumte sowieso schon seit 2004 davon. Passenderweise schneiten die Anfragen herein: USA, Australien, Südafrika...

Wer die Saison 2006 verfolgt hat, weiß was wir vorhatten: Unser Champion Grand Gaudino, 187cm groß hatte die Ehre, die vom Bewegungsablauf wie vom Gewicht her anspruchsvollste Kür zu tragen, die bis dato jemals gebaut worden war. Die Amerikaner rund um Devon Maitozo hatten vor mit Silke und Dino den WM-Titel zu holen. Wochenlang beherbergten unsere Vereinsvoltigierer (v.a. die Familien Schäfer und Spindler) unsere Gäste aus Übersee. Hartes Training und viel Spaß ließen die Grupppe bei der WM auftrumpfen: "nur" Vize-Weltmeister, aber wie!

Grand Gaudino zeigte mit einem Paukenknall was er draufhat und fuhr in der Kür die höchsten Pferdenoten in der Wertung ein. Die Kür gilt heute noch als Vorbild für Choreografie und Musikinterpretation. Dazu 6.000 Zuschauer in einer ausverkauften Halle, zum ersten mal in der Geschichte des Voltigiersports Live-Übertragung im WDR - klar, dass wieder ein großer Fantrupp aus Pfaffenhofen dabei war und anfeuerte. Und wie es sich gehört, lernte der Wohnwagen bei strömendem Regen auf dem Zeltplatz das Schwimmen.

 

 

Nicht zu vergessen: Australien.
Die Top-Athletin Tristyn Lowe von "down under" war Silkes Gast und startete auf Latinio.
Der 9. Rang im Einzel der Damen war ein schönes Ergebnis.

 

 

Und nochmal USA. Centuro war nämlich auch von der Partie und fungierte als Ersatzpferd von Megan Benjamin. Für Centuro optimal: bezahlter Urlaub in Aachen, zusammen mit Dino und Latte an der Hand grasen gehen, den anderen bei der Arbeit zusehen... Und sich letztendlich darüber freuen, dass "seine" Megan auf Erstpferd Leonardo Weltmeisterin der Damen geworden ist!