Seit August 2009 kann unser Verein sich den Luxus leisten, eine voltigiererfahrene Vollzeitkraft für die Pflege unserer Pferde zu haben. Karin Baumgärtel, seit 15 Jahren im Voltigiersport tätig und zuletzt als Longenführerin auch international erfolgreich, hat von morgens bis abends einen Blick auf die Pferde. Ein tränendes Auge, ein verlorenes Eisen oder mal eine Schramme werden dadurch sofort erkannt und mit dem "Telefonjoker", unserer Tierärztin Dr. Silke Bartel, besprochen. Die zwei sind ein eingespieltes Team und können in Sekundenschnelle jede tierärztliche Entscheidung treffen, für die in anderen Vereinen langwierige Vorstandsentscheidungen und tierärztliche Ratschläge nötig sind. Und wenn doch mal gravierendere Probleme auftreten, helfen die lokalen Tierärzte vor Ort mit Tips bzw. renommierte Kliniken in München.

 

 

Dass kein Turnierpferd ab Leistungsklasse M mehr im Schulbetrieb läuft, ist für uns dabei selbstverständlich. Wir haben Reitbeteiligungen für diejenigen Pferde, die im Voltigiersport hocherfolgreich sein sollen. Karin und Silke bestimmen anhand der Anforderungen im Voltigieren die pferdespezifischen Trainingspläne: Cavaletti-Arbeit, mehr Seitengänge oder Bergeklettern im Gelände? Unsere Reitbeteiligungen setzen die Vorgaben sehr erfolgreich um.

Die Pferde, die im Voltigieren im Breitensportbereich laufen, gehen auch im Reitschulbetrieb. Dadurch, dass Karin Baumgärtel den Unterricht in beiden Bereich fast ausschließlich selbst leitet und damit die Stundengestaltung in der Hand hat, können Voltigierer und Reiter zum Wohl der Pferde zusammenarbeiten. Zur Konditionssteigerung werden für alle Pferde gezielt die Führanlage sowie das vereinseigene Laufband mit Steigung eingesetzt.

 

 

Während wir die beiden obigen Themen beim Einzug in Wolnzach schon umsetzen konnten, haben wir uns in das Thema "Richtige Fütterung" lange eingearbeitet. Viele Müslis sind durch unsere Hände gegangen, praktisch jedes Zusatzpülverchen stand schon in unserer Futterkammer. Ûnser Test-Highlight war die Aufreihung von fünf Eimern vor Dinos Box, aus denen er sich frei bedienen konnte. Unser Futterverweigerer ist nämlich die allerbeste Testperson. Silke und Karin haben mit größtmöglichem Ehrgeiz das beste Futtersystem für ihn und die anderen gefunden.

Fazit: Selbst das beste Sportler-Müsli kann man selbst zusammenmischen.
Wir denken, dass man mit genügend Geduld (und Lagerplatz...) Pferde am besten selbst mit allen wichtigen Nährstoffen versorgt. Als Basis sehen wir Heu und Gras bzw. im Winter Silage an. Den hohen Energiebedarf unserer Vierbeiner decken wir mit Sonnenblumenöl, Hafer und Gerste (natürlich mehrmals täglich frisch gequetscht). Um an die Vorzüge von thermisch aufgeschlossenem Getreide zu kommen, kochen wir regelmäßig Mais und Gerste auf.

Und wo dann noch Bedarf an Spurenelementen ist, kommen Mineralfutter und Zusatzpülverchen zum Einsatz.

 

 

Zuletzt kommt ein Punkt, der für uns jahrelang unbedeutend war, aber sich als immer wichtiger herausstellt: innere Ruhe.

Seit wir unser "eigener Herr" sind, gehen wir jeden Tag mit einem Lächeln in den Stall. Wir können uns im Gegensatz zu so vielen anderen Pferdehaltern in Bezug auf Fütterung, Haltung und Beritt frei ausleben. Offenbar haben wir dabei einen guten Weg gefunden, denn unsere Tiere sind viel gelassener als früher und deutlich zuverlässiger.

Uns wird nachgesagt, dass die Stimmung auf dem Hof friedlich ist. Und tatsächlich gibt es in unserer Stallgemeinschaft keine Streitereien bzw. Tratsch gegen Einsteller oder gar andere Reitweisen. Wir schieben das auf ein Phänomen, das kein Reiter versteht: Voltigieren. Voltigierer sind weltweit wie eine große Familie und wir scheinen es geschafft zu haben, diese gute Stimmung auf unseren Hof Edenthal zu übertragen.

DANKE - im Namen unserer Pferde an all diejenigen, die dieses positive Umfeld tagtäglich neu schaffen!